Trump gegen Merz: „Das ist nicht unser Krieg“ — und plötzlich dreht sich der Spieß

Trump gegen Merz: „Das ist nicht unser Krieg“ — und plötzlich dreht sich der Spieß

Ein Satz von Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine transatlantische Verstimmung ausgelöst, die größere Fragen über das Verhältnis zwischen Berlin und Washington aufwirft.

Der Auslöser: Merz distanziert sich vom Iran-Krieg

Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Militärkampagne gegen den Iran hat die US-Regierung ihre NATO-Verbündeten um Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus gebeten — jener Meerenge, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öls fließen. Trump hatte dabei konkretes Interesse an Minensuchbooten der Verbündeten angemeldet, wie Euronews berichtet.

Merz lehnte ab. Bei einem Besuch in Norwegen erklärte er laut Euronews klar: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“ In seiner Regierungserklärung in Berlin konkretisierte er seinen Standpunkt: Er hätte von diesem Weg abgeraten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die US-israelischen Angriffe auf den Iran bei einer Festrede sogar als „völkerrechtswidrig“ — was dem deutschen Außenminister Irans Lob einbrachte, wie Apollo News berichtet.

Trumps Konter: Der Ukraine-Vergleich

Bei einer Kabinettssitzung am Donnerstag im Weißen Haus ließ Trump keine Zweideutigkeit zu. Ohne den Namen zu nennen, aber eindeutig auf Merz anspielend, sagte er laut moneycab.com: „Ich hörte den Chef von Deutschland sagen: ‚Das ist nicht unser Krieg.‘ Daraufhin sagte ich: ‚Nun, die Ukraine ist auch nicht unser Krieg — und trotzdem haben wir geholfen.'“ Er bezeichnete die deutsche Äußerung als „unangemessene Aussage“.

Die Botschaft war unmissverständlich: Wer jahrelang US-Unterstützung für die Ukraine eingefordert hat, kann sich in der nächsten Krise nicht hinter dem Satz „das ist nicht unser Krieg“ verstecken. Trump warnte zudem laut RT: Er sei „tief enttäuscht“ von der NATO, die „absolut nichts“ unternommen habe — „wir werden uns daran erinnern.“

Berlin reagiert betont gelassen

Die Bundesregierung wählte eine kühle Reaktion. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte vor Journalisten laut werra-rundschau.de, die Regierung kommentiere nicht jede Äußerung anderer Staatsoberhäupter. Es sei „keine Äußerung, die uns den Schlaf raubt.“

Gleichzeitig deutete Merz laut demselben Bericht an, er könne sich nach einem Kriegsende einen Bundeswehreinsatz zur Räumung von Minen in der Straße von Hormus vorstellen — im Rahmen eines UN-, NATO- oder EU-Mandats und mit Bundestagsbeschluss. Zudem berichtete der Spiegel, Deutschland habe sich an ersten Beratungen einer internationalen Koalition zur möglichen Absicherung der Meerenge beteiligt. Über 30 Generalstabschefs schalteten sich demnach zu einer Videokonferenz zusammen.

Hormus-Ultimatum verlängert

Parallel zu dem Streit verlängerte Trump sein Ultimatum an den Iran bereits zum zweiten Mal. Bis 6. April soll es laut Trump keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, wie moneycab.com berichtet. Begründet wurde dies mit „sehr guten“ Gesprächen sowie damit, dass mehrere Öltanker die Meerenge wieder passieren konnten. Der Iran hatte erklärt, sich keinem Ultimatum zu beugen. Laut Medienberichten erwägt Washington die Verlegung von 10.000 zusätzlichen Soldaten in die Region.


Quellen:

  • Euronews: Trump attackiert Merz, weil der im Iran nicht helfen will (27.03.2026) — euronews.com
  • Apollo News: „Nicht unser Krieg“: Trump rügt Friedrich Merz‘ Iran-Bemerkungen (27.03.2026) — apollo-news.net
  • moneycab.com: Trump verlängert Ultimatum für Iran zum zweiten Mal (27.03.2026) — moneycab.com
  • werra-rundschau.de: Iran-Krieg aktuell: Trump kritisiert Deutschland scharf (27.03.2026) — werra-rundschau.de
  • Weltwoche: Trump kontert Merz: „Ukraine ist auch nicht unser Krieg“ (27.03.2026) — weltwoche.de

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x