Trump eskaliert: Nach Deutschland droht er nun auch Italien und Spanien mit Truppenabzug

Trump eskaliert: Nach Deutschland droht er nun auch Italien und Spanien mit Truppenabzug

Einen Tag nach seiner Drohung gegen Deutschland legt US-Präsident Trump nach. Auch aus Italien und Spanien könnten US-Soldaten abgezogen werden – der Grund ist der Widerstand beider Länder bei der Nutzung ihrer Militärstützpunkte für den Iran-Krieg.

„Furchtbar, absolut furchtbar“

Auf die Frage von Journalisten, ob er sich einen US-Truppenabzug auch aus Italien und Spanien vorstellen könne, ließ Trump keine Zweifel. Wie die APA und mehrere Medien übereinstimmend berichteten, antwortete er: „Ja, wahrscheinlich. Wahrscheinlich werde ich das.“ Italien habe sich nicht als Hilfe für die Vereinigten Staaten erwiesen, sagte er – ohne weitere Details zu nennen. Über Spanien fiel das Urteil noch härter aus: „Furchtbar, absolut furchtbar.“

Hintergrund ist laut Tagesspiegel und t-online der Widerstand beider Länder gegen die Nutzung ihrer Militärstützpunkte im Rahmen des Iran-Kriegs. Weder Rom noch Madrid ließen die USA gewähren – ein Affront, den Trump offensichtlich nicht vergessen hat.

Vorgeschichte: Merz-Kritik löste Kaskade aus

Den Auftakt der Eskalation gab Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz. Er hatte Trumps Vorgehen im Iran-Krieg als konzeptlos bezeichnet – die USA seien „ganz offensichtlich ohne jede Strategie“ in den Konflikt gegangen. Wie t-online berichtete, reagierte Trump auf Truth Social mit zwei Attacken innerhalb von 24 Stunden: Erst schrieb er, es sei kein Wunder, „dass es Deutschland so schlecht geht“. Dann folgte ein zweiter Post, in dem er Merz vorwarf, „vollkommen unfähig“ bei der Ukraine-Diplomatie zu sein und sich lieber um „sein kaputtes Land“ kümmern solle.

Am Mittwoch kündigte Trump dann eine Überprüfung des Truppenabzugs aus Deutschland an. Eine Entscheidung solle „in Kürze“ folgen.

Meloni und Trump – das Ende einer Freundschaft

Besonders pikant ist die Wendung im Fall Italiens. Wie watson.ch und vol.at berichteten, ist Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eigentlich eine politische Verbündete Trumps – beide stehen dem rechtskonservativen Spektrum nahe, pflegten lange ein freundschaftliches Verhältnis. Zuletzt krachte es jedoch nach Trumps öffentlicher Kritik am verstorbenen Papst Franziskus auch zwischen beiden. Mit dem Iran-Stützpunkt-Streit dürfte die Beziehung nun auf einem neuen Tiefpunkt angelangt sein.

86.000 Soldaten in Europa – strategisch unverzichtbar

Der Ernst der Lage liegt auch in den Zahlen. Wie das US-Militär laut Tagesspiegel Mitte April mitteilte, sind derzeit rund 86.000 US-Soldaten in Europa stationiert – davon 39.000 in Deutschland. Die europäischen Stützpunkte, darunter die Ramstein Air Base in der Pfalz und der Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern, sind für die USA strategisch mindestens so wichtig wie für Europa: Sie dienen als zentrale Luftdrehscheibe und logistische Basis für Operationen im Nahen Osten und Afrika.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x