Trump dreht den Druck auf: NATO soll in der Straße von Hormus liefern – oder es wird teuer

Trump dreht den Druck auf: NATO soll in der Straße von Hormus liefern – oder es wird teuer

Der Iran-Krieg weitet sich diplomatisch aus. US-Präsident Donald Trump fordert von seinen Verbündeten Klarheit – und stellt das westliche Verteidigungsbündnis vor eine Bewährungsprobe.

Drohung in acht Minuten

In einem kurzen Interview mit der Financial Times hat Trump die NATO-Verbündeten mit drastischen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten durch die Straße von Hormus aufgefordert. Seine Botschaft war unmissverständlich: „Sollte es keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein.“

Auf die Frage, was er von den Verbündeten konkret erwarte, antwortete Trump laut Financial Times schlicht: „Was auch immer nötig ist.“ Er forderte unter anderem die Entsendung von Minensuchbooten, von denen Europa weitaus mehr besitze als die USA, und deutete an, er wolle Unterstützung dabei, „einige böswillige Akteure an der iranischen Küste auszuschalten“.

Der Hintergrund: Eine Meerenge, die die Welt versorgt

Der Iran hat die Straße von Hormus faktisch gesperrt, nachdem die USA und Israel vor mehr als zwei Wochen Angriffe gegen das Land starteten. Durch diese schmale Wasserstraße zwischen dem Iran und Oman fließt normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssiggases.

Trump argumentiert, dass die Verbündeten in der Pflicht stehen. Er verweist darauf, dass Washington die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland unterstützt habe – nun erwarte er im Gegenzug Hilfe von den europäischen Partnern. Großbritannien stellte er dabei besonders an den Pranger: Premierminister Keir Starmer habe zunächst die Nutzung britischer Stützpunkte für US-Angriffe auf den Iran verweigert – Schiffe habe London erst angeboten, nachdem die USA die militärischen Fähigkeiten des Iran bereits reduziert hätten.

Europa und Asien: Klare Absagen

Die Reaktionen der Verbündeten fallen bisher kühl aus. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul erklärte im ARD-„Bericht aus Berlin“ unmissverständlich: „Werden wir bald aktiver Teil dieser Auseinandersetzung? Nein.“ Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits am Freitag einem deutschen Militäreinsatz in der Meerenge eine Absage erteilt und betont, Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges „und wir wollen es auch nicht werden.“

Auch Japan plant laut Ministerpräsidentin Sanae Takaichi derzeit keine Entsendung der Marine. Australien und Deutschland haben ebenfalls abgelehnt.

Die EU will ihren Marineeinsatz „Aspides“ zwar mit mehr Schiffen ausstatten – eine Ausweitung auf die blockierte Straße von Hormus gilt jedoch als unwahrscheinlich. Jede Änderung des Mandats erfordert die einstimmige Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedstaaten.

China als Druckmittel

Auch Peking gerät ins Visier. Trump erwägt, seinen für Ende März geplanten Gipfel mit Xi Jinping zu verschieben, um China zur Mitarbeit zu drängen. Er begründet das damit, dass China rund 90 Prozent seines Öls durch die Straße von Hormus bezieht. Eine Reaktion aus Peking blieb zunächst aus.

Der Druck auf die Verbündeten steigt – doch die Bereitschaft, sich auf Washingtons Seite in einen aktiven Konflikt ziehen zu lassen, ist derzeit kaum vorhanden.


Quellen:

  • orf.at, 16. März 2026
  • Financial Times, Interview mit Donald Trump, 15./16. März 2026
  • Handelsblatt, 16. März 2026
  • t-online.de, 16. März 2026
  • MarketScreener Deutschland / Reuters, 16. März 2026
  • Tagesspiegel, Newsblog, 16. März 2026
  • Axios, 16. März 2026

Credits: APA

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