Trump an Putin wegen Luftraumverletzung: „Das könnte großen Ärger geben“

Trump an Putin wegen Luftraumverletzung: „Das könnte großen Ärger geben“

Die Spannungen zwischen dem Westen und Russland erreichen einen neuen Höhepunkt. Nach Berichten über eine Verletzung des estnischen Luftraums durch russische Kampfjets meldet sich nun auch US-Präsident Donald Trump mit einer unmissverständlichen Botschaft an den Kreml-Chef Wladimir Putin zu Wort. Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert, während Moskau die Vorwürfe entschieden zurückweist.

Klare Ansage aus Washington

„Ich mag es nicht, wenn so etwas passiert“, erklärte Donald Trump am Freitag vor Journalisten sichtlich besorgt. Seine Warnung in Richtung Moskau war direkt und ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Das könnte großen Ärger geben.“ Der US-Präsident kündigte an, sich umgehend über den brisanten Vorfall informieren zu lassen.

Die Situation ist ernst: Estland hat als Reaktion auf den Vorfall Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags beantragt. Dieser Artikel wird aktiviert, wenn ein Mitgliedsland seine Sicherheit bedroht sieht. Eine NATO-Sprecherin bestätigte den Antrag und kündigte an, dass der Nordatlantik-Rat Anfang der Woche zusammentreten werde, um über den Vorfall zu beraten.

Was genau ist passiert?

Nach Angaben der estnischen Armee drangen am Freitagmorgen drei russische Kampfjets vom Typ MiG-31 nahe der Ostsee-Insel Vaindloo unerlaubt in den estnischen Luftraum ein. Ganze zwölf Minuten sollen sie sich dort aufgehalten haben. Der estnische Regierungschef Kristen Michal nannte dies auf der Plattform X eine „vollkommen inakzeptable Verletzung“ des Luftraums. Die NATO reagierte sofort: Italienische F-35-Kampfjets stiegen auf und fingen die russischen Flugzeuge ab. „Die Lage war unter Kontrolle. NATO-Kampfflugzeuge reagierten, und die russischen Flugzeuge mussten sich zurückziehen“, so Michal.

Moskau dementiert – Europa ist empört

Russland weist jegliche Schuld von sich. Die russische Luftwaffe teilte auf Telegram mit, die drei MiG-31-Maschinen seien über neutralen Gewässern der Ostsee auf dem Weg in die russische Exklave Kaliningrad gewesen. Der Flug sei „in strikter Übereinstimmung mit den internationalen Regeln“ erfolgt, heißt es aus Moskau.

Doch in Europa wächst die Empörung. EU-Ratspräsident Antonio Costa sprach von einer „weiteren inakzeptablen Provokation“ und kündigte an, dass die Staats- und Regierungschefs der EU bei ihrem Treffen am 1. Oktober über eine „kollektive Antwort“ beraten werden. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte den Vorfall „empörend“ und forderte eine entschlossene Reaktion des Westens. „Das ist eine systematische russische Kampagne gegen Europa, gegen die NATO, gegen den Westen“, schrieb Selenskyj auf X.

Zusätzlich zu dem Vorfall im estnischen Luftraum sollen sich russische Kampfjets auch einer polnischen Bohrinsel in der Ostsee im Tiefflug genähert haben. Wie die Sprecherin des polnischen Innenministeriums mitteilte, hätten die Flugzeuge die Plattform in nur 150 Metern Höhe überflogen und damit die Sicherheitszone verletzt. Die Zuspitzung der Lage an der NATO-Ostflanke sorgt international für große Besorgnis.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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