Israels Premierminister Netanjahu hat das Militär angewiesen, Hisbollah-Ziele im Libanon „mit Nachdruck“ zu attackieren. Die Waffenruhe gilt offiziell noch – doch beide Seiten halten sich kaum daran. Trump plant ein Dreiertreffen in Washington.
Netanjahu gibt Angriffsbefehl
Die israelische Regierung hat einen klaren Befehl erteilt: Wie der ORF berichtete, wies Premierminister Benjamin Netanjahu das Militär an, Hisbollah-Ziele im Libanon „in großem Maßstab“ und „mit Nachdruck“ anzugreifen. Weitere Details nannte das Büro des Premiers nicht.
Vorausgegangen war nach israelischen Angaben ein Drohnenangriff der Hisbollah auf israelische Soldaten in der Region Kantara im Südlibanon. Zusätzlich meldete die israelische Armee, im Süden des Libanon „mehr als 15 Terroristen eliminiert“ und ein Hisbollah-Waffenversteck mit Panzerabwehrraketen und Kalaschnikow-Gewehren entdeckt zu haben. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete von vier Todesopfern durch israelische Angriffe am Samstag, am Vortag seien laut dem libanesischen Gesundheitsministerium sechs Menschen getötet worden.
Waffenruhe auf dem Papier – aber nicht in der Praxis
Die Situation im Libanon bleibt trotz einer formell bestehenden Waffenruhe eskaliert. Wie der ORF unter Berufung auf APA/AFP berichtete, hatte US-Präsident Donald Trump am 16. April zunächst eine zehntägige Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon verkündet und diese kurz vor ihrem Auslaufen um drei Wochen verlängert. Doch wie t-online unter Berufung auf dpa-Informationen berichtete, setzten beide Seiten ihre Angriffe fort.
Israel hatte bereits am 8. April laut Wikipedia-Chronik zum Libanonkrieg 2026 nach eigenen Angaben die größte Angriffswelle auf die Hisbollah seit Jahren geflogen – und dabei erklärt, die Waffenruhe gelte nicht für Aktionen gegen den Libanon. Die Hisbollah wiederum lehnt Verhandlungen unter andauerndem Beschuss generell ab.
Dreiertreffen Trump-Netanjahu-Aoun geplant
Diplomatisch kündigt sich trotz allem eine Bewegung an. Wie der ORF berichtete, kündigte Trump ein Treffen mit dem israelischen Premier Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun „in den kommenden Wochen“ in Washington an. Es wäre ein ungewöhnliches Format: Israel und der Libanon befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand und führten erst vergangene Woche zum zweiten Mal in Jahrzehnten direkte Gespräche auf Botschafterebene in Washington.
Hintergrund: Libanon im Sog des Iran-Kriegs
Der Libanon war Anfang März in den seit 28. Februar tobenden Iran-Krieg hineingezogen worden. Wie die Wikipedia-Chronik zum Libanonkrieg 2026 festhält, feuerte die Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. Israel antwortete mit massiven Luftangriffen auf Beirut und weitere Landesteile sowie dem Einsatz von Bodentruppen im Südlibanon. Seither wurden mehr als 2.400 Menschen im Libanon getötet, über eine Million wurden vertrieben.
Credits: APA
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