Ausgerechnet am Wochenende des Wiener SPÖ-Landesparteitags schlägt eine Umfrage ein wie eine Bombe: Die FPÖ liegt in Wien erstmals in der Geschichte vor der SPÖ. Für Bürgermeister Ludwig und Vizekanzler Babler ist das eine denkbar schlechte Nachricht.
Historische Premiere – FPÖ vor SPÖ in Wien
Wien gilt seit Jahrzehnten als rote Hochburg – doch eine neue Umfrage erschüttert dieses Bild nachhaltig. Wie heute.at unter Berufung auf die Kronen Zeitung berichtete, liegt die FPÖ in Wien erstmals in der Geschichte einer Umfrage vor der SPÖ. Das ist ein Novum: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat die SPÖ in der Bundeshauptstadt stets dominiert, zuletzt mit 39,9 Prozent bei der Wien-Wahl im April 2025.
Konkrete Prozentzahlen aus der aktuellen Umfrage lagen zunächst nicht vollständig vor, doch die Tendenz ist klar: Auf Bundesebene liegt die FPÖ laut dem Aggregator PolitPro bei rund 37 Prozent, die SPÖ bei nur mehr 18,5 Prozent. In Wien zeigen separate Landtagsumfragen des Instituts OGM einen rapiden Anstieg der FPÖ von 21 Prozent bei der Wien-Wahl 2025 auf zuletzt 27 Prozent im März 2026.
Wichtige Einschränkung: Nationalratsumfrage ist nicht gleich Gemeinderatswahl
Heute.at machte dabei eine wesentliche Einschränkung: Bei der Krone-Umfrage handelt es sich um die klassische Sonntagsfrage zur Nationalratswahl – also die Frage, wen man wählen würde, wenn am nächsten Sonntag Nationalratswahl wäre. Historisch betrachtet lassen sich solche Ergebnisse nicht eins zu eins auf eine Gemeinderats- oder Landtagswahl in Wien übertragen. Bei Landtagswahlen schneiden die Wiener SPÖ und Bürgermeister Ludwig traditionell deutlich besser ab als die Bundespartei. Die nächste Wien-Wahl ist frühestens 2030 geplant.
Timing könnte kaum schlechter sein
Dennoch ist das Signal politisch brisant. Ausgerechnet am Parteitagswochenende, an dem Ludwig mit 92,33 Prozent als Landesparteichef wiedergewählt wurde und Bundesparteichef Babler Wien als „Musterstadt“ feierte, liefert eine Umfrage das Gegenteil einer guten Stimmungslage. Wie heute.at berichtete, sei das Ergebnis „weder für Parteichef Andreas Babler noch für Bürgermeister Michael Ludwig erfreulich.“
FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp hatte die Zahlen bereits im Vorfeld als Beweis gewertet, dass Wien einen „Kurswechsel“ brauche. Die Machtfrage in Wien dürfte sich in den kommenden Jahren zuspitzen – auch wenn bis zur nächsten Wahl noch Jahre vergehen.
Credits: APA
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