Trotz Sparstift: Warum Österreich Millionen in Olympia-Werbung pumpt

Trotz Sparstift: Warum Österreich Millionen in Olympia-Werbung pumpt

Es klingt auf den ersten Blick widersprüchlich: Der Gürtel wird enger geschnallt, das Budget ist knapp – und doch greift die österreichische Bundesregierung tief in die Tasche, wenn es um die nächsten Olympischen Winterspiele geht. Konkret fließt über eine Million Euro in die Werbetrommel für den heimischen Tourismus. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung der schwarz-rot-pinken Koalition? Ein Blick auf die Strategie zeigt: Hier geht es um mehr als nur schöne Bilder von verschneiten Pisten.

„Vision T“: Der Plan für den Tourismus

Der Tourismus ist und bleibt das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. Genau das betonte Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) laut einem Bericht von oe24.at nach dem Ministerrat am Mittwoch. Ihre Botschaft ist klar: „Tourismus ist kein Schönwetterthema.“ Ohne die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr würde in vielen Tälern und Regionen buchstäblich das Licht ausgehen.

Um diesen Sektor zukunftsfit zu machen, arbeitet die Regierung an einer neuen Strategie, die bis zum Sommer stehen soll: die sogenannte „Vision T“. Ziel ist es, Österreich nicht nur als Urlaubsland Nummer eins zu positionieren, sondern auch die Jobs in der Branche wieder begehrenswerter zu machen.

Die Million für Mailand und Cortina

Das Herzstück der aktuellen Werbeoffensive sind die kommenden Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Wie oe24.at berichtet, plant die „Österreich Werbung“, rund eine Million Euro rund um dieses Mega-Event zu investieren. Die Logik dahinter ist simpel: Wenn die Welt auf den Wintersport schaut, muss Österreich als Top-Destination für Skifahrer und Winterfans präsent sein.

Zusätzlich soll noch in diesem Jahr ein ressortübergreifendes Übereinkommen entwickelt werden. Der Plan: Sportliche und kulturelle Großevents sollen noch gezielter für das touristische Marketing genutzt werden. Man will Synergien schaffen, wo immer es geht.

Hilfe durch Entbürokratisierung statt Steuergeschenke

Dass die Spendierhosen nicht überall locker sitzen, machte NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn deutlich. Die aktuelle Budgetlage lasse keine großen Steuergeschenke für die Betriebe zu. Stattdessen setzt man auf andere Hebel: Vereinfachung und weniger Bürokratie sollen den Unternehmern Luft zum Atmen geben.

Auch das Image der Branche als Preistreiber will die Regierung korrigieren. Zusammen mit der Statistik Austria wird geprüft, ob der Tourismus in der Inflationsberechnung überhaupt fair gewichtet wird. Schließlich, so das Argument, ist der Tourismus bei ausländischen Gästen eigentlich ein Dienstleistungsexport und keine Belastung für den heimischen Warenkorb.

Fokus auf die Menschen hinter dem Service

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Fachkräften. Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) hob hervor: „Der Tourismus lebt von diesen Menschen, die ihn Tag für Tag tragen.“ Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, greift man auf den bereits 2025 beschlossenen Tourismusbeschäftigtenfonds zurück, der mit 6,5 Millionen Euro jährlich gefüllt ist.

Das Ziel ist ehrgeizig: Weg von der reinen Saisonarbeit, hin zu mehr ganzjähriger Beschäftigung. Eine neue Kampagne, die auf der Initiative „Team Tourismus“ aufsetzt, soll das Berufsbild aufpolieren. Denn eines ist klar: Die beste Werbung nützt nichts, wenn vor Ort das Personal fehlt, um die Gäste zu bewirten.

Credizts: APA

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