Totschnig fordert Entlastung für Bauern: Energiekostenausgleich im Fokus

Totschnig fordert Entlastung für Bauern: Energiekostenausgleich im Fokus

Die steigenden Spritpreise setzen Österreichs Landwirte massiv unter Druck. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) schlägt Alarm und fordert die Wiedereinführung der Diesel-Steuerbegünstigung, die Ende 2025 ausgelaufen ist. „Der Druck auf unsere Bauern und die Lebensmittelproduktion steigt. Wir brauchen einen Energiekostenausgleich“, erklärte Totschnig im Gespräch mit der APA.

Dieselpreise explodieren – Bauern in der Klemme

Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Dieselpreise an den heimischen Tankstellen um rund 60 Cent gestiegen und liegen aktuell bei 2,18 Euro pro Liter. Die kürzlich beschlossene Spritpreisbremse, die maximal 10 Cent pro Liter einspart, reicht laut Totschnig nicht aus. Besonders Ackerbaubetriebe kämpfen mit niedrigen Erträgen und hohen Betriebskosten. „Der Preis für Agrardiesel in Österreich ist der zweithöchste in der EU“, betonte der Minister.

Deutschland und Spanien entlasten ihre Bauern

Während Österreichs Landwirte auf Entlastung warten, profitieren ihre Kollegen in anderen Ländern bereits von staatlicher Unterstützung. In Deutschland erhalten Land- und Forstwirte 21,5 Cent pro Liter Diesel zurück, in Spanien sind es 20 Cent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 31 Cent. Totschnig schlägt ein Pauschalmodell vor, das Effizienz und Sparsamkeit belohnt. Details dazu sollen im Rahmen der Budgetverhandlungen für 2027/28 geklärt werden.

Kritik von Umweltschützern

Die steuerliche Begünstigung von Diesel wird von Umweltschützern als klimaschädliche Subvention kritisiert. Bereits 2012 wurde die Begünstigung aus Spargründen gestrichen, bevor sie 2022 temporär wieder eingeführt wurde. Totschnig sieht jedoch Handlungsbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft zu sichern.

Düngemittelpreise und Klimagesetz: Weitere Baustellen

Neben den Dieselpreisen belasten auch die steigenden Düngemittelpreise die Landwirte. Der Iran-Krieg hat die weltweite Versorgung mit Düngemitteln massiv beeinträchtigt. Totschnig fordert daher ein temporäres Aussetzen der CO2-Grenzsteuer auf Düngemittel, eine Initiative, die von 20 EU-Staaten unterstützt wird.

Auch das Klimagesetz bleibt ein heißes Thema. Totschnig hat kürzlich einen Entwurf vorgelegt, der Österreich bis 2040 klimaneutral machen soll. „Der Iran-Krieg zeigt, wie wichtig der Umstieg auf erneuerbare Energien ist“, so der Minister.

Quellen: oe24.at, orf.at, agrarheute.com
Credits: APA

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