Ein makaberer Fall erschüttert die niederbayerische Gemeinde Ruhmannsfelden: Die Polizei entdeckte im Keller einer Doppelhaushälfte die mumifizierte Leiche einer 103-jährigen Frau. Ihre Tochter lebte offenbar jahrelang mit der Verstorbenen zusammen und bezog weiterhin deren Rente.
Bürgermeister deckt den Fall auf
Der Fall kam ans Licht, nachdem Bürgermeister Werner Troiber misstrauisch wurde. Wie in vielen ländlichen Gemeinden üblich, wollte er der Seniorin zu ihrem Geburtstag gratulieren. Doch bereits zum 95. Geburtstag öffnete niemand die Tür. Auch zu späteren Jubiläen gab es immer wieder Ausreden: Die Mutter sei krank oder im Ausland verstorben. Zum 103. Geburtstag behauptete die Tochter schließlich, ihre Mutter sei vor zwei Jahren in Tschechien gestorben. Troiber informierte daraufhin die Staatsanwaltschaft, wie unter anderem die Bild berichtet.
Grausiger Fund im Keller
Anfang Februar durchsuchte die Polizei das Haus und fand die stark mumifizierte Leiche der 1922 geborenen Frau im Keller. Die genaue Todesursache konnte nicht mehr festgestellt werden, Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gibt es jedoch nicht. Laut 20 Minuten und Blick lebte die 82-jährige Tochter weiterhin im Obergeschoss des Hauses.
Verdacht auf Rentenbetrug
Besonders brisant: Die Rente der Verstorbenen in Höhe von rund 1.500 Euro wurde weiterhin bezogen. Die Krankenversicherungskarte der Mutter war seit über zehn Jahren nicht mehr genutzt worden. Die Ermittler prüfen nun, ob die Tochter die Rentenzahlungen unrechtmäßig kassierte. Laut Berliner Zeitung hat sich die Frau inzwischen freiwillig in eine Fachklinik begeben.
Nachbarn schöpften keinen Verdacht
Nachbarn beschrieben die Tochter als freundlich, aber zurückgezogen. Eine Nachbarin berichtete, sie habe regelmäßig Essen vor die Tür gestellt, das die Tochter dankend annahm. Persönlicher Kontakt fand kaum statt. Die Mutter selbst wurde seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen.
Ermittlungen laufen
Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin wegen des Verdachts auf Betrug. Wie lange die Leiche tatsächlich im Keller lag und wie viel Geld unrechtmäßig bezogen wurde, ist noch unklar.
Quellen: Exxpress, 20 Minuten, Bild, Blick, Berliner Zeitung
Credits: APA
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