Tiroler Landesrätin Mair vor Rücktritt nach Bewerbung um Polizei-Topjob

Tiroler Landesrätin Mair vor Rücktritt nach Bewerbung um Polizei-Topjob

In der Tiroler ÖVP sorgt eine unangekündigte Bewerbung für erhebliche politische Turbulenzen. Sicherheits-Landesrätin Astrid Mair bewarb sich für einen Spitzenposten bei der Landespolizeidirektion – ohne die eigene Parteispitze zu informieren. Landeshauptmann und Parteichef Anton Mattle zieht nun Konsequenzen.

Eine Bewerbung ohne Absprache

Mair ist Polizeibeamtin und während ihrer politischen Tätigkeit außer Dienst gestellt – nach ihrem Ausscheiden aus der Politik könnte sie regulär in den Staatsdienst zurückkehren. Nun wurde bekannt, dass sie sich bereits für die stellvertretende Leitung der Fremdenpolizei beworben hat. Wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, waren weder Mattle noch Landtagspräsident Jakob Wolf über diesen Schritt informiert.

Widerspruch zu früheren Aussagen

Brisant an der Angelegenheit: Mair galt zuletzt zwar wiederholt als mögliche Ablösekandidatin in der Landesregierung, hatte gegenüber der „TT“ aber noch erklärt, in der Politik bleiben zu wollen. Mair ist zudem Stellvertreterin von Landtagspräsident Wolf im ÖVP-Arbeitnehmerbund AAB.

Mattle plant Regierungsumbildung

Für Mattle kommt die Debatte rund ein Jahr vor der Tiroler Landtagswahl im Herbst 2027 zur Unzeit. Er will die Landesregierung nun umbauen – als Nachfolge für Mair ist nach bisherigem Stand vorzugsweise eine Frau vorgesehen, idealerweise aus dem Tiroler Unterland. Mair selbst sah zunächst keinen Fehler in ihrem Vorgehen, der politische Druck auf sie nahm in der Folge jedoch zu. Ihr soll nun ein gesichtswahrender Abgang ermöglicht werden – sie dürfte selbst zurücktreten.

Grüne: „Ganz alter Polit-Stil“

Scharfe Kritik an dem Vorgang kommt von der Tiroler Opposition. „Posten besetzen, um sie dann nicht zu besetzen, ist ganz alter Polit-Stil“, kritisiert Grünen-Klubchef Gebi Mair. Er wirft der Landesrätin vor, mehrere Stellen im öffentlichen Dienst gleichzeitig innehaben zu wollen, die dann faktisch von anderen Personen ausgeübt würden.

Kein Einzelfall in der Tiroler ÖVP

Gebi Mair zieht in seiner Kritik zudem eine Parallele zu einem früheren Fall: „Begonnen hat das mit dem 19-Wochen-Urlaub von Ex-ÖVP-Landesrat Hannes Tratter, der dann in die gemeinnützige Baugesellschaft Neue Heimat gewechselt ist.“ Zusätzlich wirft er die Frage auf, ob nach dem bereits erfolgten Abgang des früheren Landeshauptmann-Stellvertreters Georg Dornauer nun bereits der nächste unfreiwillige Rücktritt aus der Tiroler Landesregierung bevorsteht.

Eine Personalie mit Zeitdruck

Mit der anstehenden Regierungsumbildung steht die Tiroler ÖVP damit erneut unter erhöhtem politischen Beobachtungsdruck – zumal die Causa Mair bereits die zweite unfreiwillige personelle Veränderung innerhalb der Landesregierung binnen kurzer Zeit markiert. Wann genau der Rücktritt formell erfolgt und wer Mair nachfolgt, ist derzeit noch offen.

Credits:  Land Tirol / Sedlak

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