Der Rückgang bei Asylanträgen in Österreich setzt sich 2026 beschleunigt fort — und das trotz neuer Krisenherde im Nahen Osten. Die aktuellen Zahlen des Innenministeriums sind historisch.
Februar: Nur noch 347 originäre Anträge
Wie oe24.at unter Berufung auf die neue Monatsstatistik des Bundesinnenministeriums berichtet, wurden im Februar 2026 insgesamt 850 Asylanträge gestellt — ein Rückgang von 41 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2025. Besonders markant: Die Zahl der sogenannten originären Ansuchen — also von Personen, die neu und erstmals nach Österreich eingereist sind — lag bei nur 347. Das sei laut Innenministerium der niedrigste Wert seit über zehn Jahren. In den ersten zwei Monaten 2026 summierten sich die Anträge auf knapp 1.800, davon lediglich 768 originäre.
Zum Vergleich: Im Jänner 2026 hatte der Österreichische Integrationsfonds bereits 945 Gesamtanträge verzeichnet — ebenfalls ein Rekordtief, mit einem Minus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie vienna.at berichtet.
Syrer kehren heim — Anerkennungsquote sinkt
Herkunftsstärkste Gruppe sind 2026 weiter Syrer mit 468 Anträgen — davon aber 387 nicht-originäre, also überwiegend Kinder von bereits in Österreich lebenden Schutzberechtigten. Gleichzeitig steigt die Zahl der Rückkehrer: Seit dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 sind laut Innenministerium mehr als 1.000 Syrer freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt — in den gesamten Jahren 2023 und 2024 zusammen waren es lediglich 200, wie oe24.at berichtet.
Die Anerkennungsquote für Syrer hat sich erheblich verändert: 2026 erhielten nur 25 Prozent Asyl, während Afghanen (68 Prozent) und Iraner (56 Prozent) deutlich bessere Chancen haben.
Iran-Krieg schlägt sich (noch) nicht nieder
Trotz der Eskalation im Nahen Osten nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran ist deren Auswirkung auf das österreichische Asylsystem bisher minimal. Wie oe24.at berichtet, wurden in den ersten beiden Monaten 2026 lediglich 67 Anträge von iranischen Staatsbürgern gestellt — aus dem Libanon sogar nur zwei.
Grundversorgung auf 20-Jahres-Tief
Der Rückgang wirkt sich direkt auf die Grundversorgung aus. Laut Innenministerium werden aktuell noch 8.600 reine Asylwerber betreut — der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Insgesamt befinden sich zwar noch rund 51.100 Personen in der Grundversorgung, der Großteil davon sind aber ukrainische Vertriebene, deren Zahl ebenfalls kontinuierlich sinkt: Anfang 2025 waren es noch über 52.800, wie oe24.at festhält.
Als wesentliche Treiber des Rückgangs nennt das Bundesinnenministerium den verlängerten Familiennachzugsstopp — seit Jänner 2026 für weitere sechs Monate ausgesetzt — sowie den deutlich gesunkenen Zulauf aus Syrien infolge des Regimewechsels in Damaskus, wie das BMI in einer eigenen Statistikmitteilung dokumentiert.
Quellen:
- oe24.at: Niedrigster Wert seit 10 Jahren — Asyl-Zahlen gehen weiter zurück
- Bundesministerium für Inneres (BMI): Asylstatistik Februar 2026 und Monatsberichte
- Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF): Neue Zahlen zu Asyl, Migration und Integration in Österreich (Jänner 2026)
- vienna.at: Rückgang der Asyl-Zahlen in Österreich setzt sich 2026 fort
- migration-infografik.at: Asylstatistik Österreich 2025
Credits: APA
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