In Wien sorgt eine kostspielige Tierschutzaktion für reichlich Kopfschütteln. Die Stadt blättert 30.000 Euro aus der öffentlichen Hand hin, um eine kleine Gruppe Feldhamster umzusiedeln. Die Nager müssen einer Baustelle weichen, und der Steuerzahler übernimmt die saftige Rechnung für den Transport.
Platz für neue Wohnungen
Schauplatz der tierischen Zwangsräumung ist die Siedlung Wienerfeld West in Wien-Favoriten. Wie exxpress.at berichtet, standen die alten Gemeindebauten dort drei Jahre lang leer, bevor sie abgerissen wurden. In den verlassenen Gärten machten es sich streng geschützte Feldhamster gemütlich. Nun will „Wiener Wohnen“ auf dem Areal moderne Wohnungen errichten. Die tierischen Bewohner stehen den Baggern schlichtweg im Weg und müssen umziehen.
Landschaftsarchitekten für den Hamster-Transport
Für die Umsiedlung überlässt man absolut nichts dem Zufall. Wie oe24.at berichtet, beauftragte die Stadt eigens das Landschaftsarchitekturbüro „Land in Sicht“ mit der heiklen Aufgabe. Experten fangen die Nager behutsam mit Lebendfallen ein. Die Reise geht auf eine rund 900 Quadratmeter große Ersatzfläche in der Nähe. Dort gibt es, wie heute.at berichtet, extra neu gepflanzte Sträucher und in der Anfangsphase sogar eine zusätzliche Fütterung für die Tiere. Dieser VIP-Transport lässt sich „Wiener Wohnen“ einiges kosten.
Lebensgefahr an der Hauptstraße
Das Projekt birgt allerdings erhebliche Risiken. Die neue Hamster-Wiese liegt direkt neben der extrem stark befahrenen Laxenburger Straße. Viele Anrainer fürchten, dass die Tiere versuchen könnten, in ihr altes Revier zurückzulaufen und dabei unter die Räder kommen. Um diese Tragödie zu verhindern, errichteten die Verantwortlichen spezielle Leitsysteme und Barrieren. Landschaftsarchitekt Felix Hofer erklärte, dass das Gebiet laufend überwacht wird. Sollten die Hamster in Richtung Straße graben, greifen die Experten sofort ein. Alte Baue auf dem ursprünglichen Gelände wurden laut Angaben von „Wiener Wohnen“ ebenfalls professionell verschlossen.
Spott und Kritik im Internet
Die enormen Kosten von bis zu 30.000 Euro sorgen im Netz für hitzige Diskussionen. Franz Schellhorn, Direktor der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Agenda Austria, kommentierte den Vorfall auf X mit beißendem Sarkasmus. Er schrieb, wie exxpress.at berichtet, dass in Österreich für die Umsiedlung von Feldhamstern mal eben 30.000 Steuer-Euro locker gemacht werden. Während manche Tierfreunde das Geld für die vom Aussterben bedrohte Art gut investiert sehen, kritisieren andere die Maßnahme der Wiener Stadtregierung als völlig überzogene Verschwendung.
Quellen: exxpress.at, oe24.at, heute.at
Credits: APA
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