Telegram-Boss Durov verteilt 13,9 Milliarden gerecht unter seinen 106 Kindern

Telegram-Boss Durov verteilt 13,9 Milliarden gerecht unter seinen 106 Kindern

Pavel Durov, Gründer des beliebten Messenger-Dienstes Telegram, sorgt mit einer überraschenden Entscheidung für Aufsehen: Der 40-jährige Tech-Milliardär will sein gesamtes Vermögen – derzeit auf 13,9 Milliarden US-Dollar geschätzt – gerecht unter seinen 106 Kindern aufteilen.

Unter diesen Nachkommen befinden sich nicht nur Kinder aus persönlichen Beziehungen, sondern auch zahlreiche, die durch Samenspenden entstanden sind. „Sie alle sind meine Kinder“, sagt Durov in einem exklusiven Interview mit dem französischen Magazin Le Point. „Es spielt für mich keine Rolle, ob sie auf natürlichem Weg oder durch Samenspende gezeugt wurden – sie werden die gleichen Rechte auf mein Erbe haben.“

Testament mit Zeitverzögerung

Doch das Erbe gibt es nicht sofort: Durov will seinen Nachkommen den Zugriff auf das Geld erst in 30 Jahren gewähren. „Ich möchte, dass sie wie normale Menschen leben, eigene Erfahrungen machen, sich selbst entdecken – nicht von Anfang an von einem Bankkonto abhängig sein“, erklärt der Unternehmer. Er habe sein Testament erst kürzlich verfasst. Die Botschaft an seine Kinder ist klar: Erst Lebenserfahrung, dann Reichtum. Ob seine Nachkommen dann gleichmäßig erben oder nach anderen Kriterien, ließ er offen.

Prinzipien

In dem Interview gewährt Durov auch seltene Einblicke in seine Herkunft: Seine Mutter war Deutsch-Übersetzerin und juristische Assistentin in einer amerikanischen Kanzlei in Sankt Petersburg. Der Vater, ein Gelehrter, habe nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion jahrelang unbezahlt unterrichtet, weil der russische Staat pleite war.

Disziplin wurde Durov früh beigebracht: „Ich habe nie einen Schultag verpasst – selbst wenn ich krank war. Meine Mutter sagte: ‚Du bist nicht krank, du gehst zur Schule.‘

Auch heute lebt Durov nach eigenen Angaben extrem diszipliniert. Er verzichtet auf Alkohol, Kaffee und Tee, startet jeden Morgen mit 300 Liegestützen und 300 Kniebeugen – ein asketischer Lebensstil, der im Kontrast zu seinem digitalen Milliardenimperium steht.

Telegram: Erfolg mit Schattenseiten

Telegram zählt mittlerweile über eine Milliarde Nutzer weltweit. Der Messenger wird für seine Verschlüsselung und Unabhängigkeit gefeiert, steht aber auch immer wieder wegen unzureichender Moderation illegaler Inhalte in der Kritik. Französische Behörden werfen Durov vor, er sei mitverantwortlich für Straftaten, die über den Dienst begangen werden – ein Vorwurf, den der Unternehmer entschieden zurückweist.

Durov, der für seinen medienwirksamen Stil bekannt ist – zuletzt posierte er zu Ostern oberkörperfrei für seine über 11 Millionen Telegram-Follower – darf nach einem Gerichtsbeschluss künftig wieder regelmäßig nach Dubai reisen. Ab dem 10. Juli seien Aufenthalte von bis zu zwei Wochen erlaubt, bestätigte ein Vertreter des französischen Justizministeriums gegenüber der Zeitung Le Monde.

Credit: APA

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