Tat erinnert an Terrorfahrten in Deutschland: 30 Menschen in Los Angeles verletzt

Tat erinnert an Terrorfahrten in Deutschland: 30 Menschen in Los Angeles verletzt

Grausamer Anschlag in den frühen Morgenstunden am Santa Monica Boulevard in East Hollywood: Ein Mann ist mit seinem Auto gezielt in eine Menschenmenge vor einem beliebten Nachtclub gerast. Mindestens 30 Menschen wurden verletzt, sieben von ihnen lebensgefährlich. Die Behörden gehen von einer vorsätzlichen Tat aus.

Kurz vor 2 Uhr morgens standen zahlreiche Besucher des Clubs „Vermont Hollywood“ in einer langen Schlange vor dem Eingang – viele holten sich noch etwas zu essen an einem nahegelegenen Taco-Wagen. Die ausgelassene Stimmung kippte binnen Sekunden in Panik: Ein silberner SUV raste in die Menschenmenge, rammte zunächst den Essensstand, dann den Parkservice – und direkt in Dutzende Feiernde.

„Es war wie ein Albtraum“, berichtete ein Augenzeuge gegenüber dem Sender ABC News. „Plötzlich hörte man Schreie, Menschen flogen durch die Luft, überall war Blut.“

Fahrer im Gewahrsam

Der Fahrer, identifiziert als der 29-jährige Fernando Ramirez, wurde von Augenzeugen aus dem Fahrzeug gezerrt und angegriffen. Wie die Polizei mitteilte, erlitt Ramirez dabei eine Schussverletzung. Der mutmaßliche Schütze konnte fliehen und wird nun mit Hochdruck gesucht. Ramirez wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht, wo er notoperiert wurde. Laut Polizeiangaben ist sein Zustand stabil, er befindet sich in Polizeigewahrsam.

Ramirez wurde bereits wegen Angriffs mit einer tödlichen Waffe angeklagt. Polizeihauptmann Ben Fernandes bestätigte gegenüber der Los Angeles Times, dass die Ermittler derzeit von einer absichtlichen Tat ausgehen.

Wie die Feuerwehr mitteilte, befinden sich sieben Menschen in kritischem Zustand, sechs weitere wurden schwer verletzt. 17 Personen erlitten mittelschwere bis leichte Verletzungen. Insgesamt waren mehr als 100 Rettungskräfte im Einsatz.

„Viele der Opfer lagen mit gebrochenen Gliedern, offenen Wunden und schweren inneren Verletzungen am Boden. Es war ein schreckliches Bild“, berichtete Feuerwehrmann Adam Van Gerpen.

Bürgermeisterin kündigt lückenlose Aufklärung an

Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, zeigte sich erschüttert: „Dies ist eine herzzerreißende Tragödie. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Ich danke den Einsatzkräften, die in dieser Chaosnacht beherzt geholfen haben.“ Bass kündigte eine umfassende Untersuchung an.

Die Tat ereignete sich in unmittelbarer Nähe bekannter Touristenmagneten wie dem Sunset Boulevard und dem Walk of Fame. Noch in der Nacht verbreiteten sich Videoaufnahmen des Vorfalls in sozialen Netzwerken: Zu sehen sind panisch flüchtende Clubbesucher, schluchzende Menschen am Straßenrand und Opfer, die regungslos auf dem blutverschmierten Gehweg liegen.

Ein weiteres Video zeigt, wie Ramirez unmittelbar nach dem Angriff von mehreren Männern aus dem Wagen gezerrt, zu Boden gebracht und offenbar geschlagen wird, Sekunden später fallen Schüsse.

Ermittlungen laufen

Noch ist unklar, was Ramirez zu der Tat trieb. Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und wertet aktuell Überwachungskameras und Handyvideos aus. Auch wird untersucht, ob es eine Verbindung zwischen dem Fahrer und dem Club oder einzelnen Opfern gibt.

Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund liegen derzeit nicht vor, so die Polizei. Dennoch ist die Stadt in Alarmbereitschaft – besonders, da sich der mutmaßliche Schütze weiterhin auf freiem Fuß befindet.

Credit: Screenshot X, APA

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