Der Kreml veröffentlicht ein Video von Putin in Militäruniform – und löst damit vor allem Spott aus. Die Ukraine zweifelt an der Echtheit des Schauplatzes, ein früherer US-Sondergesandter spricht von einem unter Druck stehenden Kremlchef.
Das Video und seine Merkwürdigkeiten
Am Wochenende veröffentlichte der Kreml eine Aufnahme, die Putin in Militäruniform bei einem Treffen mit Generalstabschef Waleri Gerassimow zeigt, wie die Bild berichten. Die Bilder sind auffällig: Gerassimow steht mit dem Rücken zur Kamera, Putin tritt aus einem schmalen Korridor – und schaut dabei auffällig oft nach unten statt in das Gesicht seines Generals. Gerassimow spricht seine Begrüßungsworte „mechanisch herunter“. Im Hintergrund sind die Innenwände des Gangs mit Tarnnetzen verhängt – ein Mittel, das normalerweise dazu dient, erkennbare militärische Ausrüstung oder verräterische Reflexionen zu verdecken.
Kremlnahe Medien nutzen das Video als Beweis, wie aktiv Putin den Krieg gegen die Ukraine führt. In der dargestellten Besprechung erklärt Putin die Einnahme der Stadt Kostjantyniwka als strategischen Erfolg.
Ukraine: „Nur Dekoration – Putin war nie im Gefechtsstand“
Der ehemalige ukrainische Vize-Innenminister Anton Heraschtschenko bezweifelte auf X die Authentizität der Kulisse. Das Tarnnetz sei „nur zur Dekoration“ angebracht, schrieb er laut oe24. Das Video sei gestellt – Putin habe sich nie in einem echten Gefechtsstand, sondern nur in einem Bunker aufgehalten.
Die Kostjantyniwka-Aussage Putins konterte Selenskyj mit einer Einladung: Er forderte Putin persönlich auf, ihn in der Stadt zu treffen. Wenn Russland tatsächlich die Kontrolle habe, solle das „kein Problem“ sein. Der Kreml lehnte ab – und schlug stattdessen eine Waffenruhe vor.
Kellogg: Putin fragt sich, ob er der nächste Zar ist, der ermordet wird
General Keith Kellogg (82), Trumps früherer Sondergesandter für die Ukraine, sieht den Kreml unter wachsendem Druck. Gegenüber dem Sender TVP World sagte er laut oe24: „Die Sowjets haben Afghanistan verlassen nach dem Verlust von 18.000 Soldaten. Putin hat 1,2 bis 1,4 Millionen Soldaten in der Ukraine verloren. Er muss sich fragen, ob er der nächste Zar ist, der ermordet wird.“
Parallel zum Video meldete Sankt Petersburg – Putins Heimatstadt – einen weiteren ukrainischen Drohnenangriff auf ein Ölterminal. Für Beobachter ist die Gleichzeitigkeit von Erfolgsmeldung und Angriff auf heimisches Gebiet kein Zufall.
Credits: Kremlin.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123219163
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