Tanner will Sonderbudget für Österreichs Sicherheit

Tanner will Sonderbudget für Österreichs Sicherheit

Wien – Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat in der ORF-„Pressestunde“ klare Worte gefunden: Österreich sei bei der Drohnenabwehr „auf einem sehr guten Weg“, doch der Weg sei noch lang. Mit dem geplanten europäischen Luftverteidigungsprojekt „Sky Shield“ will sie die Sicherheit des Landes auf ein neues Level heben. Doch was steckt hinter den ambitionierten Plänen?

„Sky Shield“: Europas Schutzschirm gegen Drohnen und Raketen

Wie Tanner betonte, sei „Sky Shield“ der „beste und wirksamste Schutz“ gegen Bedrohungen aus der Luft. Angesichts der jüngsten Vorfälle, wie der Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen, drängt die Ministerin auf eine rasche Umsetzung. „Die Bedrohungen der letzten Tage zeigen, dass wir schneller verteidigungsfähig werden müssen“, erklärte sie laut dem „Standard“. Österreich hat bereits 2023 eine Absichtserklärung für den Beitritt zu „Sky Shield“ unterzeichnet, doch die Umsetzung erfordert massive Investitionen.

Milliarden für die Sicherheit: Ein Sonderbudget muss her

Tanner fordert ein Sonderbudget von rund vier Milliarden Euro, um die Raketenabwehr mit langen Reichweiten zu finanzieren. Derzeit deckt der Aufbauplan des Bundesheeres nur kurze und mittlere Reichweiten ab. Laut „Die Presse“ zeigt sich Tanner jedoch optimistisch, dass die Finanzierung in der Regierung und Bevölkerung auf Zustimmung stoßen wird. Auch die Nachfolge der Eurofighter soll bis spätestens 2028 geklärt sein.

Drohnen: Die neue Waffe der Kriegsführung

Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie entscheidend Drohnen in modernen Konflikten sind. Oberst Markus Reisner vom Bundesheer erklärte im „Kurier“, dass Drohnen mittlerweile „eine der wichtigsten Waffengattungen“ seien. Österreich plant daher die Anschaffung von 300 Drohnen, die kontinuierlich nachgerüstet werden sollen. Für Tanner ist klar: „Der Schutz der Bevölkerung und unserer Neutralität steht an oberster Stelle.“

Kritik an der Justiz: Tanner bleibt standhaft

Abseits der Verteidigungspolitik sorgte Tanner mit ihrer Kritik an einem Freispruch in einem Missbrauchsfall für Aufsehen. „Als Frau und Mutter muss es möglich sein, ein solches Urteil zu kritisieren“, sagte sie laut „Die Presse“. Ihre scharfen Worte stießen auf gemischte Reaktionen, doch Tanner bleibt bei ihrer Meinung.

Österreichs Neutralität: Kein Trittbrettfahrer

Tanner wies den Vorwurf zurück, dass Österreich mit seiner Neutralität ein „Trittbrettfahrer“ in der europäischen Sicherheitsarchitektur sei. Wie sie im ORF betonte, leiste Österreich einen wichtigen Beitrag bei friedenserhaltenden Missionen und unterstütze den Ukraine-Krieg humanitär und finanziell. Waffenlieferungen oder die Ausbildung von Soldaten schließt sie jedoch aus.


Quellen: ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier, Parlament.gv.at
Credits: APA

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