Tanner: „Skyshield“ muss jetzt schneller kommen

Tanner: „Skyshield“ muss jetzt schneller kommen

Nachdem russische Drohnen erneut den polnischen Luftraum verletzten, herrscht in Europas Verteidigungsministerien höchste Alarmbereitschaft. Besonders Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) findet nun deutliche Worte und fordert, bei der Umsetzung des europäischen Raketenschutzschirms „Skyshield“ aufs Tempo zu drücken. Die jüngsten Vorfälle zeigen für sie eines ganz klar: Es muss gehandelt werden, und zwar sofort.

„Müssen schneller verteidigungsfähig werden“

„Die Vorfälle und Bedrohungen der letzten Tage machen eines sehr deutlich: Österreich und die europäischen Staaten müssen schneller verteidigungsfähig werden“, betonte Tanner in einer klaren Ansage, über die auch oe24.at berichtet. Die Ministerin will nun die Gespräche für den Ankauf von dringend benötigten Abwehrsystemen für die Langstrecke massiv vorantreiben. Während die Gelder für Systeme der Kurz- und Mittelstrecke bereits budgetiert sind, soll nun auch die teuerste und wichtigste Komponente des Schutzschirms Realität werden. „Der Schutz der Bevölkerung und unserer Neutralität steht für mich an oberster Stelle“, so Tanner entschlossen.

Schutzschirm gegen vielfältige Bedrohungen

Die Ministerin macht deutlich, dass die heutigen Gefahren weit über konventionelle Angriffe hinausgehen. Sie reichen von Desinformationskampagnen bis hin zu gezielten Angriffen durch Drohnen oder Raketen. Dabei sei es, so Tanner, völlig „unerheblich, ob diese Angriffe gezielt, bewusst erfolgen oder vermeintlich fehlgeleitete Raketen oder Drohnen sind“. Jede einzelne Verletzung des Luftraums sei eine direkte Bedrohung für die Sicherheit der Menschen.

Für Tanner ist „Skyshield“ daher der „beste und wirksamste Schutz gegen Bedrohungen aus der Luft“. Ihre Vision: Ein gemeinsamer Schutzschild, der sich über den gesamten Kontinent spannt. Trotz ihrer dringlichen Forderung mahnt die Ministerin aber auch zur Besonnenheit, um eine weitere militärische Eskalation der Lage zu vermeiden.

Experte bestätigt: Investitionen sind „unabdingbar“

Unterstützung erhält Tanner von Bundesheer-Experte Oberst Markus Reisner. Er erklärt, dass der Krieg in der Ukraine die moderne Kriegsführung von Grund auf verändert habe. Vor allem Drohnen seien mittlerweile „zu einer der wichtigsten Waffengattungen geworden“. Das rücke die Luftverteidigung ins absolute Zentrum der Streitkräfte. Für Reisner ist klar, dass „massive Investitionen“ in diesem Bereich „unabdingbar“ sind – und das gelte ohne Abstriche auch für das österreichische Bundesheer.

Credits: APA

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