Trotz allgemeiner Sparappelle bremst die Bundesregierung bei den Ausgaben für externe Berater kaum. Eine Anfrageserie der Grünen-Klubchefin Alma Zadić an alle Ministerien fördert nun im Detail zutage, wohin das Geld tatsächlich fließt – von millionenschweren Beraterverträgen bis zu einer 420-Euro-Rechnung für Make-up.
11,4 Millionen Euro in einem Quartal
Die Zahlen aus der Anfragebeantwortung zeigen: Allein im zweiten Quartal 2026 gaben die Ministerien insgesamt 11,4 Millionen Euro für externe Berater aus. Angesichts der Sparpakete, die der Regierung selbst zuletzt wiederholt abverlangt wurden, sorgt diese Summe für Diskussionsstoff.
Tanner mit Abstand größte Ausgeberin
Mit Abstand an der Spitze liegt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP): Ihr Ressort verzeichnete im abgefragten Zeitraum Beraterkosten von 5,1 Millionen Euro – deutlich mehr als jedes andere Ministerium. Den Löwenanteil dieser Summe machen dabei Publikationen sowie Sprachkurse für Beamte aus.
420 Euro für Visagistin bei „Plan Zukunft“-Präsentation
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein kleinerer, aber symbolträchtiger Posten: Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) leistete sich – nach Angaben von oe24 bereits nicht zum ersten Mal – für einen öffentlichen Auftritt eine Visagistin. In seiner Antwort an Zadić erklärte Wiederkehr: „Für die Veranstaltung ‚Präsentation Plan Zukunft‘ am 21. April 2026 wurde die Dienstleistung der Visagistin S. K. in Anspruch genommen, die insgesamt vier Personen (einschließlich meiner Person) betreute.“ Für die veranschlagten 420 Euro wurden demnach vier Personen auf Kosten der Steuerzahler geschminkt.
Weiterhin Honorar für Blümel-Vertrauensperson
Auch beim Bundeskanzleramt zeigt sich, dass ein bereits zuvor kritisierter Posten unverändert weiterläuft: Trotz früherer öffentlicher Kritik zahlt das Kanzleramt weiterhin 1.400 Euro an Rechtsanwalt Martin Huemer, die Vertrauensperson der Ex-Politiker Karl Nehammer und Gernot Blümel im laufenden Pilnacek-Untersuchungsausschuss. Das Honorar dient der Vorbereitung von Auskunftspersonen für ihre Befragungen. Bundeskanzler Christian Stocker selbst wird im Herbst als Auskunftsperson im Pilnacek-Ausschuss erwartet.
Ein Sparkurs mit sichtbaren Lücken
Die von den Grünen aufgedeckten Zahlen zeichnen insgesamt das Bild einer Regierung, die bei den eigenen Beratungsleistungen bislang kaum Zurückhaltung zeigt – ein Umstand, der angesichts der parallel geführten Debatten über Budgetkonsolidierung und Sparpakete für zusätzlichen politischen Diskussionsstoff sorgen dürfte.
Credits: Parlamentsdirektion/Ulrike Wieser
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