Täter-Opfer-Umkehr? Freibad warnt vor weißen Frauen, die Migranten begrapschen

Täter-Opfer-Umkehr? Freibad warnt vor weißen Frauen, die Migranten begrapschen

Dieses Plakat der Schwimmbad-Betreiber in Büren in Deutschland sorgt für emotionale Debatten im Web: Eine rothaarige weiße Frau begrapscht einen dunkelhäutigen Burschen, dem auch noch ein Unterschenkel amputiert worden ist. Die Migrations-Expertin Susanne Schröter meint dazu: „Ein Fall von Täter-Opfer-Umkehr.“

Die Jugendpflege der Stadt Büren hat gemeinsam mit mehreren lokalen Partnern eine Plakatkampagne gestartet, die auf übergriffiges Verhalten in Schwimmbädern aufmerksam machen soll. Ziel der Aktion ist es, junge Menschen für sexuelle Grenzverletzungen im öffentlichen Raum zu sensibilisieren. Doch die Auswahl der Motive sorgt inzwischen für heiße Debatten – vor allem in sozialen Netzwerken.

Entstanden ist die Kampagne in Zusammenarbeit mit der DLRG Büren, dem Bürener Bündnis für Familie und Bildung, dem Jugendbeirat, der Polizeiwache Büren, den Beratungsstellen Belladonna und „Mut.ich“, dem Freien Beratungszentrum Paderborn sowie der UNICEF-Regionalgruppe Paderborn.

Auf den Plakaten werden Szenen dargestellt, in denen Kinder und Jugendliche Opfer unangemessener Annäherungen werden – darunter etwa ein Junge mit dunklerer Hautfarbe und Prothese, der von einer hellhäutigen Frau unter Wasser berührt wird, oder ein Mädchen mit nordafrikanischem Aussehen, das von einem hellhäutigen Mann in der Umkleide angesprochen wird.

Massive Kritik an der Motivwahl

In sozialen Medien wurde schnell Kritik laut: Die dargestellten Täter-Opfer-Konstellationen entsprächen nicht der Realität in deutschen Freibädern, monieren viele Kommentatoren. Tatsächlich häufen sich in den Sommermonaten Berichte über Übergriffe in Schwimmbädern, bei denen laut Polizeimeldungen häufig junge Männer mit Migrationshintergrund involviert sind. Susanne Schröter, Migrationsexpertin, sagte dazu im Interview mit der Welt: „Ganz offensichtlich steckt da dahinter: Man begreift, es gibt ein Problem mit sexueller Belästigung in Schwimmbädern. Aber jetzt hat man da diese Antirassismus-Schere im Kopf, möchte die Täter nicht benennen – und betreibt da munter eine Täter-Opfer-Umkehr. In der Hoffnung, irgendwas wird schon ankommen.“

Und Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann äußerte sich auf der Plattform X (ehemals Twitter) kritisch: „Diese Darstellung hat in der Tat kaum etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Nennen wir das Kind beim Namen – es sind vor allem Männer aus den Asylhauptherkunftsländern.“

Auch in anderen Städten wie Berlin, München oder Essen haben Freibäder auf die Problemlage reagiert und beispielsweise Hausordnungen oder Hinweisschilder in arabischer Sprache installiert, um auf respektvolles Verhalten hinzuweisen. In Köln hingegen betont man bei vergleichbaren Kampagnen, dass Prävention für alle gelten müsse, unabhängig von Herkunft oder Religion.

Emotionale Debatte

Die Büren-Kampagne trifft damit einen empfindlichen Nerv in der öffentlichen Debatte über Migration, Integration und öffentliche Sicherheit. Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, die Realität „schönzufärben“ oder aus ideologischen Gründen bewusst zu verzerren. Andere begrüßen die Initiative als wichtigen Beitrag zur allgemeinen Sensibilisierung – unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit.

Von der Stadt Büren selbst gab es bislang keine offizielle Stellungnahme zur Kritik an der Darstellung. Ob die Kampagne in ihrer jetzigen Form bestehen bleibt oder überarbeitet wird, ist offen.

Credit: Screenshot X

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