Kurz vor dem G7-Gipfel im französischen Evian-les-Bains im Juni hat Frankreich seine ursprüngliche Einladung an Südafrika zurückgezogen. Das bestätigte der Sprecher des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa, Vincent Magwenya, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP und Reuters: „Wir haben erfahren, dass Frankreich seine Einladung an Südafrika zurückziehen musste.“ Als Grund nannte er explizit amerikanischen Druck – die USA hätten damit gedroht, den Gipfel zu boykottieren, sollte Südafrika teilnehmen. Magwenya fügte hinzu: „Wir haben die französische Entscheidung akzeptiert und schätzen den Druck, dem sie ausgesetzt waren.“
Frankreichs Gegendarstellung
Paris weist den Vorwurf zurück. Wie die Weltwoche unter Berufung auf Reuters berichtet, erklärte ein französischer Regierungsvertreter, die Entscheidung sei nicht auf amerikanischen Druck zurückzuführen. Stattdessen habe Frankreich die Einladung an Kenia vergeben – auch im Hinblick auf einen geplanten Staatsbesuch von Präsident Emmanuel Macron in Nairobi im Mai. Zum Gipfel eingeladen seien außerdem Indien, Südkorea und Brasilien.
Trump gegen Südafrika – eine lange Konfliktgeschichte
Die Ausladung kommt nicht überraschend, wenn man die Vorgeschichte kennt. Wie der Tagesspiegel und die taz dokumentieren, verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Washington und Pretoria über Monate hinweg drastisch. Trump warf Südafrika wiederholt vor, einen „Genozid“ an weißen Bauern zu dulden – eine Behauptung, die von Experten und der südafrikanischen Regierung einhellig zurückgewiesen wird. Trump boykottierte den G20-Gipfel im südafrikanischen Johannesburg im November 2025 demonstrativ und schloss Südafrika im Anschluss auch vom G20-Gipfel 2026 in den USA aus. Südafrika belegte er mit 30-prozentigen Strafzöllen – dem höchsten Satz für subäquatoriales Afrika.
Südafrika bleibt bei seiner Version
Für Pretoria ist die Sache klar. Der Präsidentensprecher Magwenya bestätigte laut Reuters die südafrikanische Lesart unverändert: Man habe die Entscheidung Frankreichs zur Kenntnis genommen und respektiere sie – auch wenn der Hintergrund aus Sicht Südafrikas eindeutig sei. Eine diplomatische Krise zwischen Paris und Pretoria ist daraus bislang nicht geworden, die Frage, wer hier die Wahrheit sagt, bleibt aber offen.
Quellen:
- Weltwoche (weltwoche.de): Frankreich bestreitet, Südafrika auf Druck Washingtons vom G7-Gipfel ausgeschlossen zu haben, 27. März 2026
- Reuters: G7 leaders June summit to include India, South Korea, Brazil, Kenya – not China, Elysee, 26. März 2026
- Vanguard News (vanguardngr.com): Trump made France disinvite us from G7 summit – South Africa, 26. März 2026
- Tagesspiegel (tagesspiegel.de): Trump will Südafrika nicht zu G20-Gipfel in den USA einladen, November 2025
- taz.de: Südafrika empört über Ausladung von G20-Gipfel, November 2025
Credits: APA
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