NEOS-Gründer Matthias Strolz meldet sich erneut mit drastischen Worten zu Wort. Im Interview mit „Krone bunt“ zeichnet der frühere Parteichef ein düsteres Bild der heimischen Politik – und warnt auch seine eigene Ex-Partei vor einem möglichen Untergang.
„Zerfallsprozess“ bei ÖVP und SPÖ
Österreich habe ÖVP und SPÖ zwar viel zu verdanken, meint Strolz, beide Parteien befänden sich mittlerweile aber in einem „Zerfallsprozess“. Für die NEOS findet der Parteigründer eine besonders pointierte Formulierung: „Die leisten hier Sterbebegleitung auf hohem Niveau. Auf die Gefahr hin, dass sie dabei selbst auch zu Tode kommen“, so Strolz über seine ehemalige Partei.
Kein Einzelfall: Bereits zuvor Kritik an Meinl-Reisinger
Es ist nicht die erste kritische Wortmeldung des NEOS-Gründers gegenüber den Pinken. Bereits zuvor hatte Strolz im Gespräch mit dem „Kurier“ seiner früheren Partei vorgeworfen, ihre Ideale „an manchen Ecken“ verraten zu haben.
Neues Buch zu Künstlicher Intelligenz
Neben der österreichischen Innenpolitik beschäftigt sich Strolz derzeit intensiv mit einem anderen Thema: In seinem neuen Buch „Homo Universus“ setzt er sich mit Künstlicher Intelligenz und der Frage auseinander, welchen Platz der Mensch in einer zunehmend von Maschinen geprägten Welt noch einnehmen wird.
Chancen in der Medizin, Risiken beim Denken
Strolz sieht KI dabei keineswegs nur als Bedrohung. Gerade in der Medizin erwartet er enorme Fortschritte – Krankheiten könnten künftig deutlich schneller und besser behandelt werden, auch eine steigende Lebenserwartung hält er für möglich. Gleichzeitig warnt der Ex-Politiker eindringlich vor den Risiken: Vor allem das menschliche Denken werde von KI mit enormer Geschwindigkeit überholt. Schulen und Universitäten würden junge Menschen noch immer vor allem zu „Kopfathletinnen und -athleten“ ausbilden – genau in diesem Bereich werde die Maschine dem Menschen aber zunehmend überlegen sein. „Wir sehen nicht einmal mehr den Auspuff in ein paar Jahren“, beschreibt Strolz die Geschwindigkeit der Entwicklung.
„Wir steuern auf einen Hiroshima-Moment zu“
Besonders drastisch wird Strolz bei der Frage der politischen Kontrolle neuer Technologien. Er fordert staatliche Regeln sowie internationale Kontrollmechanismen für KI und Biotechnologie und zieht dabei einen historischen Vergleich: „Wir steuern auf einen Hiroshima-Moment zu mit der KI.“ Seine Befürchtung: Ähnlich wie die Welt erst nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki das volle Zerstörungspotenzial der neuen Waffe erkannt habe, könnte auch bei Künstlicher Intelligenz erst eine Katastrophe zu einem echten Umdenken führen. „Es wird ein großer Schaden kommen müssen, wo viele Menschenleben auch dabei geopfert werden“, so Strolz. Gerade deshalb brauche es möglichst früh globale Regeln für die neuen Technologien.
Ein Mahner mit doppeltem Fokus
Mit seinen aktuellen Aussagen positioniert sich Strolz gleichzeitig als scharfer Kritiker der österreichischen Parteienlandschaft und als warnende Stimme in der internationalen Debatte um Künstliche Intelligenz – zwei Themenfelder, die er in seinen öffentlichen Auftritten zunehmend miteinander verknüpft.
Credits: Nicola Montfort – buchwien.at, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133975731
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