Strache in Epstein-Akten: „Solider Kerl“ für Steve Bannon

Strache in Epstein-Akten: „Solider Kerl“ für Steve Bannon

Neue Enthüllungen in den Akten rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ziehen Kreise bis in die österreichische Politik. Wie das Nachrichtenportal oe24.at berichtet, taucht in den kürzlich vom US-Justizministerium freigegebenen Dokumenten auch der Name des ehemaligen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache auf. Die Erwähnung findet sich in einem Chatverlauf zwischen Epstein und Steve Bannon, dem bekannten rechten Berater von US-Präsident Donald Trump.

Brisante Chats nach Ibiza-Skandal

Die Unterhaltung fand am 18. Mai 2019 statt, nur einen Tag nachdem das brisante Ibiza-Video an die Öffentlichkeit gelangt war. Dieses Video führte schließlich zum Rücktritt von Strache und zum Bruch der damaligen Regierungskoalition. Epstein teilte in diesem Zusammenhang einen Artikel der New York Times über Straches Rücktritt mit Bannon. Dessen Reaktion fiel deutlich aus: „Big problem“, also „Großes Problem“, schrieb er zurück.

Bannon lobt Strache als „soliden Kerl“

In einer weiteren Nachricht legte Bannon nach und bewertete Strache als verlässlichen Partner. „The guy was solid — this will only make Kurtz (sic!) stronger“, schrieb er. Übersetzt bedeutet das: „Der Kerl war solide, das wird Kurtz nur noch stärker machen.“ Mit „Kurtz“ meinte er offensichtlich den damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Bannon sah in dem Skandal also eine Stärkung für den damaligen Koalitionspartner ÖVP.

Epsteins Theorien zum Video

Jeffrey Epstein selbst hatte eine eigene Theorie zur Herkunft des Ibiza-Videos. Er kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Die Russen sind gut in dem, was sie seit Jahren tun.“ Die verwendete Technik, eine Kamera in einem Handyladegerät, bezeichnete er als „etwas veraltet“.

Wenige Wochen nach diesem Chat wurde Epstein wegen des Betriebs eines Rings zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger angeklagt. Er verstarb noch im selben Jahr in Untersuchungshaft. Strache selbst ließ eine Anfrage des Portals statement.at zu seiner Erwähnung in den Akten unbeantwortet.

Quellen: oe24.at, statement.at, New York Times, The Guardian, Euronews, PBS NewsHour
Credits: APA

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