US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit der Bombardierung einer der am schwersten gesicherten unterirdischen Atomanlagen der Welt. Der sogenannte „Pickaxe Mountain“ gilt als tiefer vergraben als die bereits 2025 angegriffenen Anlagen Fordo und Natans – und könnte laut israelischen Geheimdienstinformationen bereits tausende Zentrifugen beherbergen.
Trumps unmissverständliche Ansage
Im Weißen Haus kündigte Trump zuletzt erneut an, den Bereich rund um den „Pickaxe Mountain“ in Kürze und mit voller Wucht ins Visier zu nehmen. In einem früheren Interview hatte er die geplante Aktion mit drastischen Worten beschrieben: Die Anlage könnte Ziel eines „hübschen, großen, fetten Schusses in die Haustür“ werden. Bereits während des zwölftägigen Kriegs im Juni 2025 hatten die USA gemeinsam mit Israel im Rahmen der sogenannten „Operation Midnight Hammer“ wichtige iranische Atomanlagen wie Fordo, Natans und Isfahan bombardiert – der „Pickaxe Mountain“ blieb dabei jedoch unversehrt.
Eine Anlage mit besonderer Geschichte
Der offizielle Name des Bergmassivs lautet Kuh-e Kolang Gaz La, wobei „Kolang“ auf Persisch „Spitzhacke“ bedeutet – daher der inzwischen gebräuchliche Spitzname. Wie das Institute for Science and International Security (ISIS) in einem aktuellen Bericht dokumentiert, begann der Bau der Anlage im Herbst 2020, nachdem eine mutmaßliche Sabotageexplosion die oberirdische Zentrifugenmontage in Natans zerstört hatte. Die neue unterirdische Anlage war ursprünglich als Ersatz konzipiert, mit einer geplanten Kapazität von rund 6.000 hochentwickelten Zentrifugen pro Jahr.
Wie tief die Anlage tatsächlich liegt
Zu den genauen Tiefenangaben gibt es leicht unterschiedliche Schätzungen verschiedener Quellen. Eine erste Einschätzung des Institute for Science and International Security aus dem Jänner 2022 verortete die unterirdischen Hallen zwischen 78 und 145 Metern unter dem Gipfel des Bergs. Aktuellere Berichte des „Wall Street Journal“ sowie mehrerer israelischer Medien sprechen von einer Tiefe zwischen rund 90 und 137 Metern unter massivem Fels – womit die Anlage tatsächlich deutlich tiefer liegen dürfte als die 2025 bereits angegriffenen Standorte.
Der Verdacht: Bereits tausende Zentrifugen verlagert
Besonders brisant sind aktuelle Erkenntnisse israelischer Geheimdienste: Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf israelische und US-amerikanische Beamte berichtet, sollen bereits im Herbst 2025 – also nach den Angriffen im Juni desselben Jahres – tausende Uran-Anreicherungszentrifugen in die Tunnelanlage unter dem „Pickaxe Mountain“ verlagert worden sein. Auch CNN bestätigt unter Berufung auf eine israelische Quelle, dass ein Teil des angereicherten Uranbestands sowie fortschrittliche Anreicherungszentrifugen nach den Angriffen dorthin gebracht worden sein sollen. Satellitenbilder zeigen laut ISIS mehrere Tunneleinfahrten, einen ausgedehnten Sicherheitsbereich mit doppeltem Zaun- und Mauersystem sowie durch Beton verstärkte Eingangsbereiche.
Offene Fragen zum tatsächlichen Zustand der Anlage
Trotz der intensiven Überwachung durch Satellitenbilder bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Unklar ist laut ISIS insbesondere, ob der Iran tatsächlich noch eine großangelegte Montageanlage für Zentrifugen in der Anlage installieren will – zumal das ursprüngliche iranische Zentrifugenprogramm durch die früheren Angriffe erheblich beschädigt wurde. Auch bleibt offen, wann die Anlage tatsächlich betriebsbereit sein könnte. Die Internationale Atomenergiebehörde hatte laut übereinstimmenden Berichten bislang zu keinem Zeitpunkt Zugang zu der Anlage.
Was ein Angriff bedeuten würde
Ein tatsächlicher Angriff auf den „Pickaxe Mountain“ würde den ohnehin bereits stark eskalierten Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter anheizen. Beobachter verweisen zudem darauf, dass neben einem klassischen Luftangriff auch Sabotageakte oder der Einsatz von Bodentruppen als alternative Optionen diskutiert werden, um die tief unter Fels vergrabene Anlage tatsächlich wirksam zu treffen.
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