Vier Tage USA, neun Begleiter, ein Fußballspiel und diplomatische Termine: Die Juni-Reise von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) in die Vereinigten Staaten hat nun einen konkreten Preis. Wie oe24 berichtet, liegen erste Zahlen aus dem Kanzleramt vor – und die FPÖ hat bereits eine parlamentarische Anfrage angekündigt.
Das Programm der Reise
Stocker reiste im Juni mit einer neunköpfigen Delegation für vier Tage in die USA. Neben dem ÖFB-Match gegen Argentinien in Dallas standen laut oe24 weitere Termine auf der Agenda, darunter die Eröffnung eines Konsulats sowie Gespräche zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen.
102.750 Euro Gesamtkosten
Nach den oe24 vorliegenden Zahlen aus dem Kanzleramt summierte sich die Reise auf insgesamt 102.750 Euro. Davon entfielen 57.750 Euro auf Flüge, 32.000 Euro auf die Hotelunterbringung und knapp 13.000 Euro auf Mietwagen. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich vorerst um Schätzungen, die endgültige Abrechnung steht laut Kanzleramt noch aus. Keine Kosten fielen hingegen für Tickets an – der Kanzler und seine Begleitung wurden von der FIFA auf Wunsch des ÖFB-Teams eingeladen.
Kanzleramt verweist auf FPÖ-Reisen
Im Kanzleramt zeigt man sich gegenüber der Kritik wenig beeindruckt und verweist im Gegenzug auf vergleichbare Reisen von FPÖ-Politikern. So sei etwa der steirische FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek mit seiner Delegation für rund 138.400 Euro nach China gereist.
Argument: USA als wichtigster außereuropäischer Handelspartner
Zur inhaltlichen Rechtfertigung der Reise verweist das Kanzleramt auf die wirtschaftliche Bedeutung der USA als wichtigsten Handelspartner Österreichs außerhalb Europas. Zur Veranschaulichung wird angeführt, dass Texas allein als eigenständiges Land die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt wäre. Nicht das Fußballspiel sei der eigentliche Anlass der Reise gewesen, sondern Gespräche mit amerikanischen und österreichischen Unternehmern sowie politischen Entscheidungsträgern, so die Darstellung des Kanzleramts.
FPÖ kündigt parlamentarische Anfrage an
Bei der FPÖ sorgte der „VIP-Trip“ für scharfe Kritik. Die Partei kündigte bereits eine parlamentarische Anfrage zu den genauen Kosten der Reise an – auf deren Ergebnis nun ebenfalls noch gewartet wird.
Zwei Reisen, ein wiederkehrender Streitpunkt
Der aktuelle Fall reiht sich damit in eine bereits bekannte politische Auseinandersetzung ein, bei der sich Regierung und Opposition wechselseitig teure Auslandsreisen vorhalten. Ob die von der FPÖ angekündigte Anfrage weitere Details zur Causa Stocker zutage fördert, bleibt abzuwarten – ebenso wie die noch ausstehende finale Kostenabrechnung des Kanzleramts.
Credits: BKA
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