Stocker will noch mehr sparen als die zwei Milliarden, die Marterbauer zuletzt angekündigt hat

Stocker will noch mehr sparen als die zwei Milliarden, die Marterbauer zuletzt angekündigt hat

Das österreichische Bundesbudget steht unter Druck — und Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) legt jetzt nach. Mehr als zwei Milliarden Euro sollen eingespart werden. Der Hintergrund ist ein Cocktail aus geopolitischer Unsicherheit und strukturellen Haushaltsproblemen.

Stocker kündigt höhere Sparmarke an — aus Indien

Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten, erklärte Bundeskanzler Stocker am Rande seiner Indien-Reise gegenüber österreichischen Journalisten, er wolle mehr als jene zwei Milliarden Euro einsparen, die Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) zuletzt als notwendigen Konsolidierungsbetrag angegeben hatte. „Das hängt natürlich von den internationalen Entwicklungen ab“, schränkte der Kanzler laut OE24 ein.

Die Überlegung dahinter: Eine höhere Einsparsumme soll allfällige konjunkturelle Risiken durch internationale Krisen — wie derzeit durch den Iran-Konflikt und die Hormuz-Blockade — abpuffern. Sollten diese Risiken nicht schlagend werden, würde der zusätzlich eingesparte Betrag budgetären Spielraum für konjunkturstützende Maßnahmen schaffen, wie OE24 analysiert.

Marterbauer hatte im März zwei Milliarden angekündigt

Den Ausgangspunkt setzte Finanzminister Marterbauer Mitte März 2026. Wie nachrichten.at berichtet, hatte er gegenüber einer österreichischen Tageszeitung und in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ erklärt, bis zu zwei Milliarden Euro zusätzlich einsparen zu müssen — vor allem für die Budgets 2027 und 2028. Gleichzeitig hatte auch Marterbauer auf die erhebliche Unsicherheit durch die Konflikte im Nahen Osten hingewiesen, die ganz Europa die wirtschaftliche Entwicklung „verhageln“ könne.

Für welche konkreten Maßnahmen die Mehrersparnisse eingesetzt oder woraus sie gewonnen werden sollen, ließ Stocker vorerst offen.

Strukturelle Ausgangslage: Defizit, Schulden, EU-Druck

Der Kontext macht die Dringlichkeit deutlich. Wie das Finanzministerium laut budget.gv.at festhält, erwartet Österreich für 2026 weiterhin ein gesamtstaatliches Defizit von 4,2 Prozent des BIP. Die Staatsschulden sollen bis Ende 2026 auf rund 438 Milliarden Euro steigen — das entspricht einer Schuldenquote von über 83 Prozent. Die EU-Kommission hat Österreich eine Frist gesetzt: Das Defizit muss bis 2028 wieder unter drei Prozent des BIP fallen. Die Budgetrede des Finanzministers ist für den 10. Juni 2026 geplant.

Credits: APA

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