Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) geht in die Offensive. Im großen Sommergespräch mit oe24.TV ließ der 65-Jährige eine politische Bombe platzen und kündigte seine neue „2-1-0-Formel“ an. Seine Botschaft ist klar: Der sogenannte „Österreich-Aufschlag“ bei den Supermarktpreisen muss weg!
Die Formel, die alles ändern soll
„2 Prozent Inflation, 1 Prozent Wachstum, 0 Toleranz bei Extremismus“ – so fasst Stocker seine politischen Ziele zusammen, wie er selbst im Gespräch mit oe24 erklärt. Der Kanzler will die Inflationsrate von derzeit 3,6 Prozent auf 2 Prozent drücken und mindestens 1 Prozent Wirtschaftswachstum erreichen. Doch der dritte Teil seiner Formel hat es in sich: Null Toleranz gegen alle, die die österreichische Gesellschaft in Frage stellen.
Gegenüber der Tageszeitung Heute wurde Stocker noch deutlicher. Er kündigte an, den „Österreich-Aufschlag“ nicht länger zu akzeptieren. Laut Wettbewerbsbehörde zahlen die Österreicher derzeit im Supermarkt 8 Prozent mehr als andere – ein Umstand, der dem Kanzler offensichtlich gegen den Strich geht.
Attacke auf die Supermarktpreise
„Ich bin nicht länger bereit, den Österreich-Aufschlag, den kleine Länder zahlen müssen, zu akzeptieren“, erklärte Stocker im Interview mit Heute. Seine Lösung ist radikal: Wenn der Österreich-Aufschlag nicht abgeschafft wird, „dann müsse eben der österreichische Rabatt bei unserem Beitrag zum EU-Haushalt erhöht werden“, so der Kanzler gegenüber Heute.
Die Preise im Supermarkt beschäftigen den Kanzler offensichtlich sehr. Auf die Frage, wann er zuletzt selbst einkaufen war, antwortete er: „Vor einer Woche, eineinhalb Wochen.“ Die Preise hätten ihn geschockt – „ein Liter Milch kostet plus/minus 1,50 Euro, Brot von drei bis zu acht Euro“, berichtet Stocker laut Heute.
Kampfansage an die Lebensmittelkonzerne
Stockers Plan ist ambitioniert: Er will die internationalen Lebensmittelkonzerne dazu bewegen, den Aufschlag für kleine Länder zu streichen. Sein Instrument: ein EU-weites Verbot. „Ich werde alle Möglichkeiten, die ich habe, nutzen, um das zu erreichen“, so Stocker gegenüber Heute.
Dabei scheut er auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück. Wenn nötig, könnte Österreich sogar Preiseingriffe in Betracht ziehen – eine bemerkenswerte Kehrtwende für die ÖVP, die traditionell gegen Markteingriffe ist. „Wir werden nichts einschließen und nichts ausschließen“, erklärte Stocker dazu bei oe24.
Wirtschaft am Boden – Kanzler unter Druck
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Österreich ist EU-Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum. 360.000 Menschen sind arbeitslos, während gleichzeitig 160.000 Stellen offen sind. Die Situation zwingt den Kanzler zum Handeln.
„Wir arbeiten am Aufschwung für Österreich“, verspricht Stocker laut Heute. Bei der kommenden Regierungsklausur sollen konkrete Maßnahmen beschlossen werden – von besseren Abschreibemodellen über Investitionsprämien bis hin zu Verfahrensvereinfachungen.
Null Toleranz bei Extremismus
Der dritte Teil von Stockers Formel sorgt für besondere Aufmerksamkeit. „Null Toleranz gegenüber allen, die unsere Demokratie gefährden“, lautet seine klare Ansage, wie er bei oe24 betonte. Hintergrund sind Diskussionen um die Scharia als Rechtsgrundlage, die der Kanzler kategorisch ablehnt.
„Für mich ist Scharia-Recht zur Streitschlichtung ein No-Go“, erklärte Stocker gegenüber Heute. Das Signal sei fatal, weil die Scharia mit der österreichischen Demokratie nicht vereinbar sei.
Umfragen bereiten Sorgen
Die politische Realität sieht für Stocker düster aus. In den Umfragen liegt die FPÖ bei 35 Prozent, die ÖVP deutlich dahinter. „Die Umfragen sind, wie sie sind. Ich bin nicht zufrieden damit, aber überzeugt: Es wird den Turnaround geben“, zeigt sich der Kanzler kämpferisch – so zitiert ihn Heute.
Seine Strategie ist klar: „Schaffen wir 2-1-0 oder schaffen wir es nicht? Und wenn wir es schaffen, dann dreht sich auch die Stimmung“, so Stocker im oe24-Interview. Für die nächste Wahl 2029 hat Stocker bereits sein Ziel ausgegeben: „Ich will in der nächsten Wahl die Volkspartei zur Nummer 1 machen in diesem Land“, kündigte er bei oe24 an.
Kanzler im Kampfmodus
Christian Stocker zeigt sich entschlossen, die großen Probleme des Landes anzupacken. Seine „2-1-0-Formel“ ist mehr als nur ein Slogan – sie ist ein politisches Programm für die kommenden Jahre. Ob der Kanzler seine ambitionierten Ziele erreichen kann, wird sich zeigen. Eines ist sicher: Der Kampf gegen hohe Preise und für mehr Wachstum hat begonnen.
Der Bundeskanzler, der seit März 2025 im Amt ist und die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS anführt, will beweisen, dass er der richtige Mann für schwierige Zeiten ist. Seine Botschaft an die Österreicher ist klar: „Es muss schnell gehen“ – bei den Preisen genauso wie bei der wirtschaftlichen Erholung (Heute).
Credits: APA
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