Steuergelder für Babler-Doku: FPÖ schaltet sich ein und fordert Aufklärung

Steuergelder für Babler-Doku: FPÖ schaltet sich ein und fordert Aufklärung

Eine Dokumentation über SPÖ-Chef Andreas Babler sorgt für politischen Wirbel. Der Film wurde mit Hunderttausenden Euro aus öffentlichen Mitteln finanziert – und die FPÖ sieht darin einen handfesten Skandal.

Babler im Mittelpunkt – auf Kosten des Steuerzahlers?

Am Wochenende feierte bei der „Diagonale“ in Graz die Dokumentation „Wahlkampf“ von Regisseur Harald Friedl Premiere. Wie die Diagonale auf ihrer Website beschreibt, begleitet der 97-minütige Film Andreas Babler und sein Wahlkampfteam durch das Superwahljahr 2024 – von internen Besprechungen über TV-Auftritte bis hin zur Wahlkampftour quer durch Österreich. Kinostart ist der 24. April 2026.

Was zunächst wie ein reguläres Filmprojekt wirkt, hat es finanziell in sich. Wie das Österreichische Filminstitut auf seiner Website ausweist, flossen 190.000 Euro als Herstellungsförderung sowie weitere 158.000 Euro über die Förderschiene ÖFI+ in die Produktion – das entspricht rund 33 bzw. 28 Prozent der gesamten Herstellungskosten. Wie oe24 weiter berichtet, kommen dazu noch Förderungen des Filmfonds Wien und des Landes Niederösterreich, womit sich allein die Bundesförderung auf rund 350.000 Euro summiert.

FPÖ: „Dreister Fördergeldmissbrauch“

Die Reaktion der Freiheitlichen ließ nicht lange auf sich warten. Wie exxpress berichtet, spricht FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss von einem „politischen Skandal ersten Ranges“ und wirft der SPÖ vor, öffentliche Mittel wie ein parteieigenes Werbebudget zu behandeln. Sein Vorwurf ist klar formuliert: Wenn Steuergeld für ein persönliches Werbevideo eines SPÖ-Politikers geflossen sei, handle es sich um „dreisten Fördergeldmissbrauch für Eigen-PR“.

Wie exxpress weiter meldet, kündigt Krauss eine parlamentarische Anfrage an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig an und fordert volle Kostenwahrheit: Alle Förderungen im Zusammenhang mit der Produktion müssten offengelegt und im Missbrauchsfall vollständig zurückgefordert werden.

Kogler genehmigte – Babler profitiert

Besonders pikant an der Affäre: Wie fob.at berichtet, fielen die Förderentscheidungen noch unter dem damaligen grünen Kulturminister Werner Kogler. Das Babler-Team selbst verweist darauf, dass das Filminstitut seine Entscheidungen über unabhängige Jurys trifft und das Ministerium dabei keine direkte Rolle spielt. Regisseur Friedl betonte nach der Premiere, der Final Cut habe allein bei ihm gelegen – Babler habe kein Mitspracherecht gehabt.

Kritiker lassen dieses Argument jedoch nicht gelten. Wie exxpress festhält, werden sowohl das Filminstitut als auch die Diagonale vom Kulturministerium gefördert – es entsteht der Eindruck, dass sich Babler als Kulturminister eine eigene PR-Doku mitfinanziert hat.

Nähe statt Distanz

Auch inhaltlich steht der Film in der Kritik. Wie exxpress in seiner Rezension anmerkt, dominiert statt kritischer Distanz ein auffallend wohlwollender Blick – von einem „lustigen Hoppala“ auf dem Weg zur Angelobung bis zu Sätzen wie „Alles gut, was kann schiefgehen?“. Die Fotos der Premiere zeigen zudem ein auffällig freundschaftliches Verhältnis zwischen Vizekanzler und Regisseur.

Die Debatte dürfte mit dem Kinostart am 24. April erst richtig Fahrt aufnehmen.


Quellen:

  • exxpress.at: „Politischer Skandal“: FPÖ fordert Konsequenzen nach Enthüllungen zu Babler-Film (24.03.2026)
  • exxpress.at: SPÖ-Skandal enthüllt: Babler-Doku aus Steuermitteln finanziert (23.03.2026)
  • Österreichisches Filminstitut, filminstitut.at: Filmseite „Wahlkampf“
  • Filmfonds Wien, filmfonds-wien.at: Filmseite „Wahlkampf“
  • Diagonale Graz, diagonale.at: Filmbeschreibung „Wahlkampf“
  • oe24.at: Babler-Doku mit hunderttausenden Euro Steuergeld finanziert (24.03.2026)
  • fob.at: 350.000 Euro für Babler-Film (24.03.2026)

Credits: APA

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