Steuergeld für Babler-Doku: Unternehmer Zöchling spricht von „Korruption“

Steuergeld für Babler-Doku: Unternehmer Zöchling spricht von „Korruption“

Ein Kinofilm über SPÖ-Chef Andreas Babler, finanziert mit öffentlichen Mitteln, sorgt für politischen Zündstoff – und bringt einen prominenten Unternehmer auf die Barrikaden.

Zöchling greift Babler öffentlich an

Remus-Chef und Unternehmer Stephan Zöchling hat auf Instagram ein flammendes Statement gegen Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler (SPÖ) veröffentlicht. Wie oe24 berichtet, kritisiert er darin vor allem die Diskrepanz zwischen politischen Ausgaben und der ständigen Erzählung, es sei kein Geld im System. In seinen eigenen Worten: „550.000 € für ein politisches Werbevideo. 2,5 Mio. € für Inserate aus AK-Geldern. Und gleichzeitig heißt es: ‚Es ist kein Geld im System.‘ Genau dieses Missverhältnis bringt Menschen zurecht auf die Palme.“

Für Zöchling liegt das Problem nicht beim fehlenden Geld, sondern beim Umgang damit. Er fordert weniger PR und mehr Verantwortung im politischen Betrieb.

Was steckt hinter dem Babler-Film?

Hintergrund ist die Dokumentation „Wahlkampf“ von Regisseur Harald Friedl, die Andreas Babler durch den Nationalratswahlkampf 2024 begleitet. Wie exxpress.at aufdeckte und oe24 im Detail aufschlüsselte, flossen dafür insgesamt rund 553.000 Euro aus öffentlichen Fördertöpfen: rund 350.000 Euro über das Österreichische Filminstitut (ÖFI), weitere 160.000 Euro Herstellungsförderung und 23.000 Euro für den Kinostart vom Filmfonds Wien sowie 20.000 Euro vom Land Niederösterreich. Der Film soll ab 24. April in die Kinos kommen.

Entscheidend dabei: Wie exxtra24.at berichtet, wurden sämtliche Förderungen noch unter der damaligen schwarz-grünen Regierung und Kulturminister Werner Kogler (Grüne) beschlossen – also bevor Babler selbst das Ressort übernahm. Die SPÖ betont, Babler habe weder Mitsprache bei der Finanzierung noch beim fertigen Film gehabt; Regisseur Friedl bestätigte, der Final Cut habe allein bei ihm gelegen.

FPÖ fordert Rückzahlung

Die FPÖ lässt dennoch nicht locker. Wiener Klubobmann Maximilian Krauss bezeichnete den Fall laut oe24 als „politischen Skandal ersten Ranges“ und spricht von „dreistem Fördergeldmissbrauch für Eigen-PR“. FPÖ-Bundesparteisprecherin Lisa Schuch-Gubik legte laut exxpress.at nach und forderte, die SPÖ solle die gesamten Produktionskosten aus der Parteikasse zurückzahlen. Die Wiener Stadt-FPÖ hat zudem eine Anfrage im Gemeinderat angekündigt, um die Herkunft der Filmfonds-Wien-Gelder zu klären.

Zöchling: Kein Einzelfall, sondern System

Für Zöchling ist der Babler-Film kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines politischen Systems, das Steuergeld für Selbstdarstellung einsetzt. Der Unternehmer, CEO des Autozulieferers Remus und Gründer der Plattform „Zusammen stärker“, tritt seit Monaten öffentlich als scharfer Kritiker der österreichischen Wirtschafts- und Förderpolitik auf. Wie oe24 berichtete, werden ihm selbst politische Ambitionen nachgesagt – ein Parlamentseinzug ist nach eigenen Aussagen nicht ausgeschlossen.

Die Grundfrage, die dieser Streit aufwirft, bleibt vorerst unbeantwortet: Wo endet unabhängige Kulturförderung, und wo beginnt politische Selbstinszenierung auf Kosten der Allgemeinheit?


Quellen:

  • oe24.at: Top-Unternehmer wirft Babler „Korruption“ vor (28.3.2026)
  • oe24.at: Steuergeld für Babler-Film wird Fall für Stadt-Parlament
  • exxpress.at: Paukenschlag – Babler-Film kostete Steuerzahler noch mehr
  • exxpress.at: Film-Skandal um Andreas Babler – FPÖ fordert Rückzahlung
  • exxtra24.at: Propaganda mit Steuergeld – Babler-Doku spaltet Experten und Politik
  • exxtra24.at: Gerüchte um neue Partei – Unternehmer Zöchling liebäugelt mit der Politik
  • freilich-magazin.com: PR-Film auf Staatskosten – Streit um 350.000 Euro Förderung für Babler-Film

Credits: APA

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