Steuerfreiheit für Pensionisten: Ein Geschenk mit Haken?

Steuerfreiheit für Pensionisten: Ein Geschenk mit Haken?

Ab 2027 dürfen Pensionisten in Österreich bis zu 15.000 Euro jährlich steuerfrei dazuverdienen. Doch was auf den ersten Blick wie ein großzügiges Geschenk der Regierung wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als weniger rosig. Wie mehrere Quellen berichten, gibt es einige Stolpersteine, die das vermeintliche „Zuckerl“ trüben.

Was steckt hinter der Steuerfreiheit?

Die Regierung hat beschlossen, dass Pensionisten ab dem Regelpensionsalter bis zu 1.250 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen können. Dies soll sowohl für unselbstständig Beschäftigte als auch für Selbstständige gelten. Voraussetzung: 40 Versicherungsjahre. Zusätzlich entfällt der Dienstnehmerbeitrag zur Pensionsversicherung. Doch die Umsetzung erfolgt erst ab 2027 – eine Verschiebung, die für Kritik sorgt.

Sozialabgaben bleiben bestehen

Wie der „Standard“ und „Krone“ berichten, bleibt die Krankenversicherungspflicht bestehen. Pensionisten müssen weiterhin 3,87 % ihres Zuverdienstes abführen. Auch Arbeitgeber tragen weiterhin Beiträge zur Kranken- und Unfallversicherung. Das bedeutet: Von den 15.000 Euro bleibt netto weniger übrig, als viele erwarten.

Kritik an der Verschiebung

Die Verschiebung der Maßnahmen auf 2027 sorgt für Unmut. Seniorenbund-Chefin Ingrid Korosec sprach von einem „völlig falschen Signal“. Ursprünglich war geplant, die Entlastung bereits 2026 einzuführen. Auch die FPÖ kritisiert das Paket als „Tropfen auf den heißen Stein“.

Reformen bei der Altersvorsorge

Neben der Steuerfreiheit plant die Regierung eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge. Ein Generalpensionskassenvertrag soll allen Beschäftigten Zugang ermöglichen. Zudem können Guthaben aus der Abfertigung Neu kostenfrei in Pensionskassen übertragen werden. Doch auch hier gibt es Bedenken: Der Fachverband der Pensionskassen warnt vor einer Gefährdung des Systems.

Ein gemischtes Paket

Während die Regierung das Maßnahmenpaket als „sozial gerecht“ lobt, sehen Kritiker viele Schwächen. Die Verschiebung auf 2027, die weiterhin bestehenden Sozialabgaben und die unklare Finanzierung werfen Fragen auf. Ob das „Zuckerl“ wirklich süß ist, bleibt abzuwarten.

Quellen: oe24.at, orf.at, krone.at, meinbezirk.at, derstandard.at
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x