Schumann rüstet Spitäler und Pflegeheime gegen die Hitze

Schumann rüstet Spitäler und Pflegeheime gegen die Hitze

Während Österreich mit einer historischen Hitzewelle kämpft, präsentiert Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) ein umfassendes Maßnahmenpaket für Krankenhäuser, Pflegeheime und andere Gesundheitseinrichtungen. Ziel ist es, das Gesundheitswesen widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen – der Pensionistenverband fordert allerdings deutlich mehr.

Über 550 Einrichtungen machen bereits mit

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums beteiligen sich bereits mehr als 550 Gesundheitseinrichtungen aus allen Bundesländern am Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“, wie news.ORF.at berichtet. Gemeinsam mit Fachleuten werden dort Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die sowohl den Klimaschutz als auch den Schutz vor Hitze verbessern sollen. „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Deshalb investieren wir in klimafitte Gesundheitseinrichtungen, stärken den Hitzeschutz und bereiten unser Gesundheitswesen konsequent auf die Herausforderungen der Zukunft vor“, so Schumann laut news.ORF.at.

Von Dämmung bis Dachbegrünung

Konkret geplant sind unter anderem thermische Sanierungen, bessere Dämmungen, moderne Beschattungssysteme, optimierte Lüftungs- und Klimaanlagen sowie begrünte Innen- und Außenbereiche, wie exxpress.at ergänzt. Ziel ist es, die Belastung für Patienten und Pflegebedürftige an heißen Tagen spürbar zu reduzieren. Wichtig ist dem Ministerium dabei eine Klarstellung: Klimaanlagen allein seien keine dauerhafte Lösung – erst das Zusammenspiel verschiedener baulicher und technischer Maßnahmen könne einen wirksamen Schutz gewährleisten.

Mehr als 120 Klima-Manager im Einsatz

Nicht nur Gebäude, auch das Personal soll besser auf Hitzeperioden vorbereitet sein. Bereits mehr als 120 sogenannte Klima-Manager wurden österreichweit ausgebildet, die Klimaschutzmaßnahmen in den jeweiligen Einrichtungen koordinieren und dauerhaft verankern sollen. Zusätzlich investiert das Gesundheitsministerium in Fortbildungen für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich: Lehrgänge, Schulungsunterlagen und spezielle Trainings sollen helfen, Hitzebelastungen frühzeitig zu erkennen und besonders gefährdete Menschen besser zu schützen. „Hitze ist eines der größten Gesundheitsrisiken des Klimawandels“, betont Schumann.

Untersuchung von mehr als 1.200 Einrichtungen läuft

Parallel dazu untersucht das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit derzeit die Hitzebelastung von insgesamt 1.239 Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Primärversorgungseinheiten in ganz Österreich. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Standorte besonders betroffen sind und wo Schutzmaßnahmen am dringendsten umgesetzt werden müssen. Ergänzend entsteht ein Leitfaden, der sozialen Einrichtungen bei der Planung und Umsetzung eigener Hitzeschutzmaßnahmen helfen soll – entsprechende Toolboxen und Musterpläne sind laut Sozialministerium bereits online abrufbar.

Der Nationale Hitzeschutzplan als Dachkonzept

Den übergeordneten Rahmen für sämtliche Maßnahmen bildet der Nationale Hitzeschutzplan, der laut Sozialministerium in Kooperation mit den Bundesländern und der GeoSphere Austria erstellt wurde. Er umfasst Frühwarnsysteme, koordinierte Abläufe im Fall länger andauernder Hitzewellen sowie spezielle Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Ergänzend koordiniert die Gesundheit Österreich GmbH gemeinsam mit Bund, Ländern und Wissenschaft die Arbeitsgruppe Hitze. Für die Bevölkerung steht zudem weiterhin das kostenlose Hitzetelefon zur Verfügung.

Pensionistenverband fordert verpflichtende Regeln

Trotz der zahlreichen laufenden Maßnahmen sieht der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) weiteren Handlungsbedarf. Der Verband fordert bundesweit verpflichtende Hitzeschutzpläne für alle Alten- und Pflegeheime – dazu sollen unter anderem gekühlte Aufenthaltsräume, verbindliche Trinkpläne, regelmäßige Gesundheitskontrollen, angepasste Personaleinsätze sowie klare Notfallkonzepte gehören. PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer warnt, dass insbesondere hochbetagte und pflegebedürftige Menschen zu den am stärksten gefährdeten Gruppen zählen. Ihr Schutz dürfe nicht vom Engagement einzelner Einrichtungen abhängen, sondern müsse österreichweit einheitlich geregelt sein.

Ein Rennen gegen die Zeit

Ob die aktuell laufenden, freiwilligen Beratungs- und Schulungsprogramme ausreichen oder ob es tatsächlich verpflichtende, bundesweit einheitliche Vorgaben braucht, wie sie der Pensionistenverband fordert, dürfte angesichts der aktuellen Hitzerekorde in den kommenden Wochen weiter Diskussionsthema bleiben.

Credits: BKA/Regina Aigner

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