Eine FPÖ-Anfrage bringt Details über eine Schlüsselstelle im Außenministerium ans Licht. Der ehemalige NEOS-Bundesgeschäftsführer wurde ohne öffentliche Ausschreibung eingestellt – rechtlich zulässig, politisch brisant.
Der Fall: Ex-NEOS-Funktionär leitet neue Stabsstelle
Seit Jänner 2026 leitet Feri Thierry, früherer Bundesgeschäftsführer der NEOS, die Stabsstelle „Strategie und Planung“ im Außenministerium. Wie exxpress.at berichtete, war der Posten nicht öffentlich ausgeschrieben worden – ein Umstand, der nun durch eine parlamentarische Anfrage der FPÖ detailliert beleuchtet wird.
Kein Ausschreibungsgesetz – weil kein klassischer Bundesdienst
In ihrer Anfragebeantwortung erklärte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) laut exxpress.at den rechtlichen Hintergrund: Thierry ist nicht in einem klassischen Dienstverhältnis beim Bund angestellt, sondern über einen freien Dienstvertrag tätig. Dieser fällt nicht unter das Ausschreibungsgesetz – eine verpflichtende öffentliche Ausschreibung war daher nicht vorgesehen.

Das Ministerium verwies zudem auf die Qualifikationen des neuen Stabsstellen-Leiters: Thierry war unter anderem Generalsekretär des renommierten European Forum Alpbach und verfügt über Erfahrung in strategischer Politikberatung. Diese externe Expertise sei für die Arbeit der Stabsstelle besonders wertvoll, hieß es. Die Entlohnung entspricht laut Ministerium in etwa einer hochrangigen Beamtenstelle der Verwendungsgruppe A1/6.
FPÖ: Transparenz umgangen – Doppelstandard der NEOS
Für die FPÖ reicht die rechtliche Zulässigkeit als Argument nicht aus. Wie exxpress.at berichtete, kritisierte die Partei sowohl die fehlende Einbindung interner Bewerber als auch das Fehlen objektiver Auswahlkriterien. Im Kern des Vorwurfs: Ein der Regierungspartei nahestehender Kandidat wurde ohne transparentes Verfahren auf einen hochdotierten Posten gehoben.
Der politische Vorwurf trifft Meinl-Reisinger an einem empfindlichen Punkt. Als Oppositionspolitikerin hatte sie sich mehrfach als scharfe Kritikerin von Postenvergaben ohne transparente Verfahren profiliert. Dass nun unter ihrer Ministerschaft ein ehemaliger Partei-Funktionär auf ähnlichem Weg in eine Schlüsselstelle gelangt, gibt der FPÖ-Kritik zusätzliche Schlagkraft.
Credits: APA
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