Sprengstoff-Drohne bei Gasplattform: Rumänischer Kampfjet schießt sie ab

Sprengstoff-Drohne bei Gasplattform: Rumänischer Kampfjet schießt sie ab

Ein dramatischer Zwischenfall im Schwarzen Meer: Ein rumänischer F-16-Kampfjet hat eine mit Sprengstoff beladene Seedrohne nahe der Gasplattform Neptun Deep abgeschossen – nur wenige Hundert Meter von mehreren Hundert dort arbeitenden Menschen entfernt.

Der Vorfall am Donnerstagmorgen

Die rumänische Küstenwache entdeckte die unbemannte Seedrohne am Donnerstagmorgen im Schwarzen Meer. Nach Angaben von Verteidigungsminister Radu Miruță richtete sein Ministerium umgehend einen Krisenstab ein. In Abstimmung mit Präsident Nicușor Dan stiegen zwei rumänische F-16-Kampfjets mit Schießerlaubnis auf, um die Arbeiter auf der Plattform sowie die kritische Infrastruktur zu schützen. Die Drohne wurde schließlich mit der Bordkanone eines der Kampfjets zerstört.

Herkunft: Ukraine ausgeschlossen, Russland-Zuschreibung des Präsidenten

Verteidigungsminister Miruță stellte klar, dass das unbemannte Objekt nicht aus der Ukraine stamme – dies habe man über direkte Kommunikationskanäle mit den Nachbarstaaten überprüft. Weitere Details zur tatsächlichen Herkunft nannten die rumänischen Behörden zunächst nicht. Präsident Dan selbst ging in seiner öffentlichen Reaktion auf X allerdings weiter und verurteilte die „Intensivierung solcher unverantwortlicher Vorfälle seitens der Russischen Föderation“ – eine direkte Zuschreibung, die über die zurückhaltendere offizielle Sprachregelung des Verteidigungsministeriums hinausgeht.

Lob für Armee und Küstenwache

Präsident Dan gratulierte der Armee sowie den beteiligten Piloten zum „Erfolg der Mission zur Zerstörung der Drohne“ und lobte zudem die Küstenwache für ihre rasche Reaktion. Er sprach von einer „gegen die Zeit laufenden Aktion“, bei der der Schutz der Menschenleben auf der Plattform oberste Priorität gehabt habe.

Kein Einzelfall in dieser Nacht

Der Vorfall bei Neptun Deep stand nicht allein: Bereits in der Nacht zum Donnerstag war laut Verteidigungsministerium eine weitere Drohne nahe Galați in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Daraufhin stiegen zwei spanische NATO-Kampfjets sowie ein Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe auf, ehe das Flugobjekt in einem unbewohnten Gebiet im Kreis Tulcea abstürzte.

Bereits der vierte Vorfall dieser Art im Jahr

Bereits am Montag hatte ein spanischer F-18-Jet im Rahmen eines NATO-Einsatzes eine mutmaßlich russische Drohne über rumänischem Staatsgebiet abgeschossen. Rumänien, das eine rund 614 Kilometer lange Landgrenze zur Ukraine teilt, ist damit seit Beginn des russischen Angriffskriegs wiederholt von Luftraum- und nun auch Seeraumverletzungen betroffen – der aktuelle Vorfall bei der Gasplattform markiert dabei eine neue Dimension, da erstmals gezielt kritische Energieinfrastruktur sowie unmittelbar dort arbeitende Menschen bedroht waren.

Credits: Kogo – Eigenes Werk, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2779574

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