Der SPÖ-Vorstand hat am Donnerstag den Kompromiss vom vergangenen Sonntag formal abgesegnet. Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher führen ab sofort die Geschäfte der Partei. Offen ist dagegen, was aus Andreas Babler wird, wenn er das Vizekanzleramt abgibt – laut oe24 sucht die Partei bereits nach einer Lösung.
Holzleitner und Kucher übernehmen
Präsidium und Vorstand stimmten dem Personalpaket rasch zu. „Jedem bei uns ist klar, dass wir uns keinen öffentlichen Streit mehr leisten können“, sagten mehrere SPÖ-Vertreter laut oe24. Holzleitner und Kucher sind nun mit den Geschäften der Partei betraut. Wie die 33-jährige Frauenministerin klarstellte, laden künftig sie zu den Gremiensitzungen ein. Laut oe24 wurden die beiden einstimmig bestellt.
Marterbauer bietet sich als Vizekanzler an
Finanzminister Markus Marterbauer, der wegen eines Termins im Ausland nicht persönlich anwesend war, wurde zeitweise zugeschaltet. Er habe „das Angebot gemacht, als Vizekanzler zur Verfügung“ zu stehen, berichtete Oberösterreichs SPÖ-Chef Martin Winkler gegenüber oe24. Damit hat Marterbauer erstmals selbst seine Bereitschaft für das Amt bekundet, nachdem er vergangene Woche in der „ZiB2“ noch gesagt hatte, er sehe diese Möglichkeit nicht. Ob er auch Parteichef werden will, dürfte laut oe24 erst 2027 entschieden werden. Sicher sei nur, dass die SPÖ „geeint gegen eine Verlängerung“ Bablers als Parteichef sei.
Minister – „bis eine andere Lösung kommt“
Weniger klar ist die Frage, ob Babler nach seinem Abgang als Vizekanzler Minister bleibt, wie er selbst angekündigt hatte – laut eigener Darstellung auf Wunsch Marterbauers. In der SPÖ-Spitze stoße das auf wenig Begeisterung, berichtet oe24. Justizministerin Anna Sporrer formulierte es auffällig offen: Babler werde bleiben, „bis eine andere Lösung kommt“. Laut oe24 wird seit Sonntag inoffiziell berichtet, die Partei suche einen Job für Babler und plane eine Regierungsumbildung. Offiziell bestätigt ist das nicht.
Der Druck der Zahlen
Wie dringend die Partei Ruhe braucht, zeigen die jüngsten Umfragen. In der Lazarsfeld-Erhebung für oe24 liegt die SPÖ bei 14 Prozent, in einer OGM-Umfrage für ServusTV sogar nur bei 12 Prozent und damit hinter den Grünen. In der Kanzlerfrage kommt Babler bei Lazarsfeld nur noch auf 5 Prozent.
Credits: BKA Christopher Dunker
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