Die Krise der SPÖ hat einen Gewinner, der nicht FPÖ heißt. In der neuen OGM-Umfrage für ServusTV kommen die Grünen auf 15 Prozent – fast doppelt so viel wie bei der Nationalratswahl 2024. Andere Institute sehen den Aufschwung allerdings deutlich schwächer.
Von 8 auf 15 Prozent
Laut der OGM-Erhebung, über die „Heute“ berichtet, liegen die Grünen mit 15 Prozent erstmals vor der SPÖ, die nur noch auf 12 Prozent kommt. Bei der Nationalratswahl 2024 hatten die Grünen 8,2 Prozent erreicht. Mit dem aktuellen Wert wären sie mehr als doppelt so stark wie die NEOS mit 7 Prozent. Laut „Heute“ legen die Grünen im Vergleich zu anderen Umfragen der vergangenen Monate kurzfristig am stärksten von allen Parteien zu. Die FPÖ erreicht 39 Prozent, ihren bisher höchsten Wert in der OGM-Reihe, die ÖVP 21 Prozent. Die Regierungsparteien kommen gemeinsam auf 40 Prozent.
Andere Institute sind vorsichtiger
Ganz so eindeutig ist der Trend allerdings nicht. In der Lazarsfeld-Umfrage für oe24, die fast zeitgleich am 5. und 6. Oktober erhoben wurde, legen die Grünen zwar ebenfalls zu, kommen aber nur auf 12 Prozent und liegen damit noch hinter der SPÖ mit 14 Prozent. Auch die Unique-Research-Umfrage für „Heute“ von Anfang Oktober sah die SPÖ vorne. Der OGM-Wert ist damit der bisher höchste für die Grünen in dieser Phase.
Gewessler hatte es angekündigt
Ganz überraschend kommt das Hoch für die Partei nicht. Schon Ende September hatte Grünen-Chefin Leonore Gewessler bei einem Auftritt in Innsbruck erklärt, die SPÖ sei „in Reichweite“. Die Sozialdemokratie sei in zentralen Fragen „umgefallen“. Seither setzen die Grünen auf Präsenz vor Ort: Allein in Tirol sind laut Landessprecher Gebi Mair rund 7.000 Hausbesuche geplant, auch in Niederösterreich ziehen die Grünen laut ORF im Herbst von Tür zu Tür.
„Ein Anfang und Auftrag“
Die Grünen selbst geben sich nach der OGM-Umfrage zurückhaltend-optimistisch. „Eine Umfrage ist kein Wahlergebnis, aber diese zeigt dennoch einen klaren Trend“, erklärte die stellvertretende Klubobfrau Sigrid Maurer. „15 Prozent in einer Umfrage sind nicht das Ziel, sie sind ein Anfang und Auftrag an uns Grüne.“ Schwarz und Rot säßen „da wie das Kaninchen vor der Schlange“, die SPÖ versinke „seit Wochen in der Selbstbeschäftigung“.
Die SPÖ als Hauptquelle
Woher die Zugewinne kommen, legen die Zahlen zumindest nahe: Die Grünen legen in etwa in dem Ausmaß zu, in dem die SPÖ verliert. Wählerstromanalysen dazu liegen aber nicht vor. Die SPÖ hat am Donnerstag Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher als geschäftsführende Vorsitzende bestellt, laut Statut muss nun binnen vier Monaten ein Parteitag stattfinden.
Credits: Parlamentsdirektion/Katie-Aileen Dempsey
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