In der SPÖ braut sich ein Sturm zusammen. Die geplante Pensionserhöhung sorgt für mächtig Ärger und die Kritik an Parteichef und Vizekanzler Andreas Babler wird immer lauter. Vor allem aus den Bundesländern kommt scharfer Gegenwind, der den innerparteilichen Frieden massiv bedroht. Am Montag könnte es beim Parteivorstand zum großen Knall kommen.
Scharfe Töne aus dem Burgenland
Auslöser des Streits ist die Ankündigung der Regierung vom Freitag: Nur Pensionen bis 2.500 Euro sollen die volle Inflationsabgeltung erhalten. Wer mehr bekommt, muss sich mit einem Fixbetrag von 67,50 Euro begnügen. Für viele in der SPÖ ist das ein Verrat an den eigenen Grundsätzen – und der Zorn richtet sich direkt gegen den Parteichef.
Besonders unmissverständlich wird die Kritik aus dem Burgenland formuliert. Wie oe24 berichtet, nimmt der burgenländische SPÖ-Klubchef Roland Fürst kein Blatt vor den Mund. „Jene politischen Kräfte, die Andreas Babler zum Parteichef gemacht haben, sind jetzt gefordert und in Verantwortung, den Parteivorsitzenden zur Räson zu bringen“, so Fürst gegenüber dem Nachrichtenportal. Er wirft der Bundesparteispitze vor, bei jeder Gelegenheit politisch umzufallen und warnt: „Hier steht die Glaubwürdigkeit der Sozialdemokratie auf dem Prüfstand.“
Unmut wächst auch in anderen Bundesländern
Doch die Burgenländer stehen mit ihrer Kritik nicht alleine da. Ein hochrangiger SPÖ-Insider verriet gegenüber oe24, dass der Unmut weit über das Burgenland hinausreicht. „Auch in der Steiermark und Niederösterreich gibt es großen Unmut“, heißt es aus Parteikreisen. Selbst traditionelle Unterstützer Bablers, wie die Gewerkschaft und die Wiener Landespartei, seien „irritiert“ und fühlen sich vom Vorgehen des Vizekanzlers überrumpelt.
„Niemand war bei der Pensionsthematik eingebunden, unser Regierungsteam ist da von der ÖVP und den NEOS eiskalt ausgepokert worden“, beklagt sich ein SPÖ-Vorstandsmitglied. Besonders sauer stößt vielen auf, dass Babler sich ausgerechnet in der heißen Phase der Verhandlungen nach New York verabschiedet hat.
Showdown am Montag erwartet
Die angespannte Stimmung dürfte am kommenden Montag ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Dann tagt der rote Parteivorstand, und das explosive Pensionsthema steht ganz oben auf der Tagesordnung. Es wird sich zeigen, ob es Babler gelingt, die Wogen zu glätten oder ob der Streit um die Pensionen die Partei endgültig spaltet.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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