SPÖ-interner Zoff: Lercher fordert Schutzschirm — und stellt Bablers Spritpreisbremse indirekt in Frage

SPÖ-interner Zoff: Lercher fordert Schutzschirm — und stellt Bablers Spritpreisbremse indirekt in Frage

Die Spritpreisbremse gilt als Bablers persönlicher Triumph. Doch aus der eigenen Partei kommt Kritik — wenn auch verklausuliert.

Lercher fordert mehr — und zeigt damit die Grenzen der Bremse

Wie exxpress berichtet, meldet sich der steirische SPÖ-Chef Max Lercher in der Spritpreisdebatte zu Wort. Während Vizekanzler Andreas Babler die Spritpreisbremse als historischen Eingriff feiert, fordert Lercher deutlich mehr: eine Erhöhung der Pendlerbeihilfe sowie höhere Einkommensgrenzen für den Bezug der Förderung. Die Politik dürfe nicht länger zusehen, wie Pendler und Familien durch die anhaltende Teuerungswelle belastet werden. Lercher spricht von einem nötigen „Schutzschirm für die Bevölkerung“ und unterstützt dabei aktiv die Forderungen der Pendlerinitiative.

Die steirische Notbremse: Landestankstellen öffnen

Besonders konkret wird Lercher mit Blick auf sein Heimatland. Er fordert Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) auf, die Landestankstellen für die Bevölkerung zu öffnen — als „unmittelbare Notbremse direkt vor Ort“, wie exxpress berichtet. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt: Ein SPÖ-Chef richtet sich damit direkt an einen FPÖ-Landeshauptmann und umgeht dabei die eigene Bundespartei.

Indirekter Seitenhieb gegen Babler?

Wie exxpress analysiert, sticht die Stoßrichtung von Lerchers Forderungen ins Auge: Babler inszeniert die Spritpreisbremse als großen Koalitionserfolg — zehn Cent weniger pro Liter, erster Preiseingriff seit der Kreisky-Ära. Dass der steirische SPÖ-Landesparteichef nun lautstark zusätzliche Hilfen verlangt und gleichzeitig auf Kunasek als lokalen Lösungsträger verweist, spricht eine andere Sprache. Die Botschaft dahinter: Die bundesweiten Maßnahmen reichen nicht. Das ist kein offener Angriff auf den Vizekanzler — aber ein deutliches Signal, dass an der Basis die Stimmung eine andere ist als auf den SPÖ-Jubelpressekonferenzen.

Credits: APA

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