Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) steht vor einer ihrer größten Herausforderungen der letzten Jahre. Sinkende Umfragewerte, interne Spannungen und wachsende Kritik an Parteichef Andreas Babler prägen die aktuelle Lage. Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, mehren sich die Stimmen aus den eigenen Reihen, die einen Kurswechsel fordern.
Historische Tiefstwerte in den Umfragen
Die Umfragewerte der SPÖ befinden sich im freien Fall. Laut einer aktuellen Erhebung des Instituts IFDD, die im Auftrag der „Krone“ durchgeführt wurde, halten nur 19 Prozent der Befragten Andreas Babler für geeignet, zentrale Regierungsaufgaben zu übernehmen. 72 Prozent sprechen ihm diese Eignung ab. Insgesamt liegt die Partei derzeit bei 17 Prozent Zustimmung – ein historischer Tiefpunkt.
Diese Entwicklung sorgt nicht nur auf Bundesebene für Besorgnis. Auch in den Bundesländern wächst die Angst, dass die schwachen Werte der Bundespartei auf die regionalen Wahlen abfärben könnten.
Kritik aus den Bundesländern und der Gewerkschaft
Die Unzufriedenheit innerhalb der Partei wird zunehmend öffentlich. Prominente Landespolitiker wie Max Lercher aus der Steiermark und Peter Kaiser aus Kärnten haben bereits Alarm geschlagen. Auch die Gewerkschaft, traditionell ein starker Partner der SPÖ, zeigt sich besorgt über den Zustand der Partei. Laut der „Krone“ finden in Wiener Cafés bereits Gespräche zwischen Gewerkschaftsvertretern und Medienvertretern statt, bei denen die Zukunft der Parteiführung diskutiert wird.
Ein ungenannter Parteifunktionär wird mit den Worten zitiert: „Die Hütte soll ruhig brennen.“ Diese Aussage verdeutlicht die Spannungen und die Bereitschaft einiger Akteure, die aktuelle Führung infrage zu stellen.
Parteiführung bleibt offiziell gelassen
Trotz der wachsenden Kritik gibt sich die Parteiführung betont geschlossen. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim erklärte gegenüber der „Krone“: „Mit Andreas Babler an der Spitze gehen wir den Weg geschlossen und mit klarer Richtung weiter.“ Doch die Umfragewerte und die internen Diskussionen zeichnen ein anderes Bild.
Parteitag im März als Wendepunkt?
Der nächste Parteitag am 7. März könnte entscheidend für die Zukunft der SPÖ und ihres Vorsitzenden werden. Sollte sich die Lage bis dahin nicht verbessern, könnte es zu einem Führungswechsel kommen. Die Dreierkoalition aus SPÖ, ÖVP und NEOS hat laut Umfragen seit September keine Mehrheit mehr, was den Druck auf die Parteiführung zusätzlich erhöht.
Credits: APA
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