SPÖ im Umfragetief: Kritik aus den Ländern wird lauter, Zeiler als möglicher Nachfolger gehandelt

SPÖ im Umfragetief: Kritik aus den Ländern wird lauter, Zeiler als möglicher Nachfolger gehandelt

Die SPÖ steckt in einem anhaltenden Umfragetief fest, aus dem sie derzeit keinen Ausweg findet. Parteiintern wächst dadurch die Nervosität – aus mehreren Bundesländern kommt inzwischen offene Kritik an Parteichef Andreas Babler. Hinter den Kulissen soll bereits über einen möglichen Nachfolger gesprochen werden.

Zwei Umfragen, ein ernüchterndes Bild

In einer aktuellen oe24-Umfrage kommt die SPÖ nur noch auf 15 Prozent, im APA-Wahltrend liegt sie bei 16 Prozent. Damit bleibt die Partei weit hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück – ein Zustand, der die Kritik an Babler zunehmend anschwellen lässt.

Deutliche Warnungen aus den Ländern

Besonders deutlich fiel die Kritik zuletzt aus mehreren Landesorganisationen aus. Kärntens SPÖ-Chef Daniel Fellner bezeichnete die aktuellen Umfragewerte als „wirklich besorgniserregend“ und forderte für den Fall einer neuerlichen Obmanndebatte einen „Plan B“. Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil nannte die Werte zwischen 15 und 17 Prozent laut einem Bericht der „Presse“ sogar „jämmerlich“. Auch Niederösterreichs SPÖ-Chef Sven Hergovich verlangte eine Kurskorrektur, insbesondere bei den Themen Migration und Teuerung. Der steirische SPÖ-Politiker Max Lercher mahnte ebenfalls zur Selbstkritik. Bemerkenswert dabei: Selbst aus bislang Babler-freundlichen Landesparteien soll mittlerweile Verständnis für Zweifel daran kommen, ob er tatsächlich der richtige Spitzenkandidat für die nächste Nationalratswahl ist.

Zeiler als kolportierter Nachfolgekandidat

Hinter den Kulissen wird nach eigener Recherche von exxpress.at bereits ein prominenter Name als möglicher Nachfolger gehandelt: Gerhard Zeiler. Der 71-jährige frühere ORF-Generaldirektor und international erfahrene Medienmanager soll in Teilen der Partei als mögliche Alternative gelten und dabei grundsätzlich bereit sein, eine solche Rolle zu übernehmen. Eine Schlüsselrolle bei einem möglichen Wechsel könnte demnach der Wiener SPÖ zukommen.

Babler weist Personaldebatte zurück

Der SPÖ-Chef selbst lässt sich von den Spekulationen bislang nicht beeindrucken. „Sämtliche Personalfragen haben wir im Frühjahr auf dem Parteitag sehr deutlich entschieden“, stellte Babler klar. Beendet ist die Diskussion um seine politische Zukunft damit aber offensichtlich nicht.

Eine Partei zwischen Umfragetief und Nachfolgedebatte

Die Gemengelage aus anhaltend schwachen Umfragewerten, wachsender Kritik aus den Bundesländern und kursierenden Nachfolgeszenarien zeigt, wie angespannt die Stimmung innerhalb der SPÖ derzeit ist. Ob sich die Partei tatsächlich in Richtung einer Führungsdebatte bewegt oder Babler die interne Kritik aussitzen kann, bleibt vorerst offen.

Credits: Parlamentsdirektion/​Katie-Aileen Dempsey

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