SPÖ im freien Fall: Eine halbe Million Wähler läuft davon

SPÖ im freien Fall: Eine halbe Million Wähler läuft davon

Die Sozialdemokraten befinden sich in einer tiefen Krise. Aktuelle Umfragen zeichnen ein düsteres Bild für die Partei von Andreas Babler. Seit 2022 hat die SPÖ rund 500.000 Wähler verloren – ein Drittel ihrer einstigen Unterstützung ist weggebrochen. Die verlorenen Stimmen verteilen sich dabei auf fast alle politischen Lager, von den Grünen bis zur FPÖ.

Wählerflucht in alle Richtungen

Eine Längsschnittanalyse des Meinungsforschungsinstituts OGM, über die mehrere Medien wie oe24.at und die Presse berichten, zeigt das Ausmaß des Desasters. Lag die SPÖ vor vier Jahren in den Umfragen noch stabil bei 28 bis 30 Prozent, stürzt sie nun auf Werte zwischen 17 und 18 Prozent ab. Damit würden die Roten sogar ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis von 21,1 Prozent aus dem Jahr 2024 noch unterbieten.

Besonders alarmierend ist, wohin die abtrünnigen Wähler abwandern. Laut den OGM-Daten wechseln die meisten zur Opposition. Rund 155.000 ehemalige SPÖ-Wähler würden nun die Grünen wählen. Doch auch die FPÖ profitiert massiv und kann sich über 120.000 Stimmen aus dem roten Lager freuen. Dieser direkte Wählerstrom von der SPÖ zur FPÖ ist in diesem Ausmaß ein neues und für die Sozialdemokraten beunruhigendes Phänomen, wie heute.at analysiert.

Verluste bei allen Bevölkerungsgruppen

Die Wählerflucht zieht sich durch alle Schichten der Bevölkerung. Die SPÖ verliert laut den Umfragen sowohl bei Berufstätigen (-35 %) als auch bei Pensionisten (-33 %). Auch zwischen Stadt- und Landbevölkerung gibt es kaum Unterschiede. Selbst bei Männern und Frauen halten sich die Verluste mit jeweils 34 Prozent die Waage. Es scheint, als könne die Partei unter Andreas Babler keine spezifische Zielgruppe mehr ansprechen. Während städtische und gebildete Wähler eher zu den Grünen abwandern, zieht es Arbeiter und Wähler aus ländlichen Gebieten verstärkt zur FPÖ.

Regierungspartner im Abwärtstrend

Die SPÖ ist mit ihren Problemen nicht allein. Auch die Koalitionspartner ÖVP und NEOS müssen Verluste hinnehmen. Wie der aktuelle APA-Wahltrend zeigt, verlor die ÖVP seit der letzten Wahl rund 4,5 Prozentpunkte und liegt bei 21,8 Prozent. Die NEOS fielen mit 8,4 Prozent hinter die Grünen zurück. Einziger klarer Gewinner ist die FPÖ, die in den Umfragen auf beeindruckende 35,7 Prozent kommt – ein Plus von fast sieben Prozentpunkten seit der Wahl 2024.

Für die SPÖ steht vor dem nächsten Bundesparteitag viel auf dem Spiel. Die internen Flügelkämpfe und die unklare Ausrichtung scheinen die Wähler nachhaltig zu verunsichern. Die Partei steht vor der Zerreißprobe, ihren Kurs zu finden, um den dramatischen Absturz zu stoppen.

Quellen: oe24.at, nachrichten.at, diepresse.com, heute.at, APA
Credits: APA

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