Die neueste Lazarsfeld-Umfrage ist ein Schlag ins Gesicht der österreichischen Sozialdemokratie. 17 Prozent – mehr bringt die SPÖ unter Andreas Babler derzeit nicht zusammen. Und das ist, laut oe24, der schlechteste Wert in der Geschichte dieser Erhebungsreihe.
Kern weg – und mit ihm der letzte Aufwind
Kurz hatte es so ausgesehen, als würde die Debatte um einen möglichen Comeback-Versuch von Ex-Kanzler Christian Kern der SPÖ zumindest etwas Rückenwind verschaffen. Der Effekt war real – aber er war an die Personaldebatte geknüpft. Denn wie oe24 berichtet, stürzte die Partei unmittelbar nachdem Kern seinen Rückzug erklärte – er wird beim Parteitag am 7. März nicht gegen Babler antreten – wieder auf das historische Tief zurück. Von einer Erholung keine Spur.
Die Erhebung der Lazarsfeld Gesellschaft, für die zwischen dem 9. und 17. Februar 2026 insgesamt 2.000 Personen befragt wurden (maximale Schwankungsbreite: 2,2 Prozent), ist damit eine klare Botschaft an die Parteiführung.
Babler in der Kanzlerfrage hinter Kleinstparteien
Noch bitterer als der Partei-Wert ist das Ergebnis der Kanzlerfrage. Wie oe24 schreibt, würden nur noch 7 Prozent der Befragten Andreas Babler in den Kanzlersessel wählen wollen. Damit liegt der SPÖ-Chef hinter NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und Grünen-Chefin Leonore Gewessler – beide kommen auf jeweils 8 Prozent. Ein Sozialdemokrat, der in der Kanzlerfrage von zwei Oppositionschefinnen überholt wird: Das ist eine innenpolitische Sensation.
Kanzler Christian Stocker (ÖVP) erreicht in dieser Frage 12 Prozent – kein Glanzwert, aber immerhin. FPÖ-Chef Herbert Kickl dominiert mit 33 Prozent und ist damit fast so stark wie alle anderen Parteichefs zusammen.
FPÖ unangefochten – Ampel ohne Mehrheit
Die FPÖ hält laut Lazarsfeld bei 37 Prozent und bleibt damit klare Nummer eins. Auch die ÖVP macht keine gute Figur: Nach einem kurzen Aufschwung infolge der Kanzlerrede Christian Stockers ist sie wieder auf 20 Prozent zurückgefallen – für eine Regierungspartei ein schwacher Wert.
Die Konsequenzen für die Ampelkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS sind gravierend: Laut oe24 kämen die drei Regierungsparteien bei einem Wahlergebnis wie in der aktuellen Umfrage gemeinsam nur auf 87 Nationalratsmandate – fünf weniger als die 92, die für eine parlamentarische Mehrheit nötig wären.
Parteitag im März als letzte Chance?
Die Frage, die jetzt im Raum steht, ist: Was kommt nach dem Parteitag am 7. März? Babler bleibt – das steht fest. Aber die Umfragen zeigen, dass seine Führung bislang nicht imstande war, die Partei aus dem Umfragetief herauszuführen. Meinungsforscher betonen, wie die Nachrichtenseite die-nachrichten.at berichtet, dass ein Personalwechsel allein die strukturellen Probleme der SPÖ nicht lösen kann. Es brauche inhaltliche Kursänderungen.
Ob Babler diese liefern kann und will, wird sich zeigen. Die Zahlen lassen wenig Spielraum für Optimismus.
Quelle: Lazarsfeld Gesellschaft für oe24, Erhebungszeitraum 9.–17. Februar 2026, n=2.000, max. Schwankungsbreite 2,2 %
Credits: APA
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