SPÖ-Gewerkschaft fordert: Religion soll komplett aus der Schule verschwinden!

SPÖ-Gewerkschaft fordert: Religion soll komplett aus der Schule verschwinden!

Eine neue, weitreichende Forderung sorgt für Zündstoff in der österreichischen Bildungsdebatte. Thomas Bulant, der Vorsitzende der SPÖ-Lehrergewerkschaft, verlangt nicht weniger als die vollständige Verbannung jeglicher Religion aus den Schulen. Das kürzlich diskutierte Kopftuchverbot geht ihm und seiner Fraktion dabei nicht weit genug.

„Religion ist Privatsache“

„Für mich hat Religion in der Schule nichts zu suchen – und dazu gehört auch das Kopftuch“, stellt Bulant in einem Interview klar. Seine radikale Lösung: Würde die Schule konsequent zu einem religionsfreien Raum erklärt, wären viele aktuelle Probleme auf einen Schlag gelöst. „Würden wir ganz klar sagen, Religion ist Privatsache und findet in der Schule nicht statt, dann hätten wir all diese Probleme nicht“, so der Gewerkschafter. Damit würde auch eine erneute Prüfung eines Kopftuchverbots durch den Verfassungsgerichtshof hinfällig, da nicht nur eine einzelne Religionsgruppe betroffen wäre.

Kritik am Kopftuchverbot

Das geplante Kopftuchverbot für Schülerinnen bis zur achten Schulstufe wird von den sozialdemokratischen Lehrern als „krasse Themenverfehlung“ bezeichnet, wie die Presse berichtet. Statt die eigentlichen Probleme anzugehen, würden muslimische Mädchen pauschal zu Täterinnen gemacht und ihre Eltern mit hohen Geldstrafen belegt, obwohl sie das Verhalten während der Schulzeit kaum beeinflussen könnten.

Bulant befürchtet zudem, dass die Lehrer mit den Konsequenzen alleingelassen werden. Sie müssten das Verbot zwar durchsetzen, doch das Ministerium übernehme keine Verantwortung für die „atmosphärischen Konsequenzen“ in den Klassen. Die wichtige Beziehungsarbeit zwischen Lehrern und Schülern könne dadurch massiv gestört werden.

Ministerium wird „Feigheit“ vorgeworfen

Der Lehrervertreter kritisiert, dass das Ministerium in anderen religiösen Fragen „einfach feige“ agiere und klare Ansagen vermeide. Als Beispiel nennt er die unklare Regelung für schulfreie Tage bei religiösen Festen, die nicht zu den gesetzlichen Feiertagen zählen. Ob ein Kind für das orthodoxe Weihnachtsfest oder das islamische Opferfest freibekommt, liege im Ermessen der Lehrkraft. „Immer wenn es bei einem Thema gesellschaftspolitisch keine Klarheit gibt, müssen wir in der Schule damit herumwurschteln“, ärgert sich Bulant. Die SPÖ fordert daher eine klare Trennung von Staat und Religion, was auch der Haltung von NEOS und den Grünen entspricht, im aktuellen Regierungsprogramm jedoch keine Rolle spielt.

Quelle: exxpress.at, oe24.at, derstandard.at, diepresse.com
Credits: APA

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