Nach Informationen von exxtra24 stehen sechs Persönlichkeiten als mögliche Bewerber für den SPÖ-Parteivorsitz im Raum. Beim für März erwarteten Parteitag könnte aus dem angekündigten geordneten Übergang ein offener Machtkampf um die Zukunft der Sozialdemokratie werden.
Wer übernimmt nach Andreas Babler das Kommando? Insidern zufolge werden inzwischen Markus Marterbauer, Gerhard Zeiler, Bernd Hinteregger, Hans Peter Doskozil, Roman Hebenstreit und ein hochrangiger Wiener Mediziner als mögliche Bewerber gehandelt. Sechs öffentlich erklärte Kandidaturen sind das bislang nicht. Doch hinter den Kulissen könnten sich bereits die nächsten Kräfteverhältnisse formieren.
Kucher und Holzleitner als politische „Aufpasser“
Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner sollen den Übergang absichern und nach den vorliegenden Informationen den Parteitag koordinieren. Die Planung soll auf März 2027 hinauslaufen.
Das Spitzenduo muss die Partei zusammenhalten, während mögliche Nachfolger ihre Unterstützer sammeln. Zugespitzt formuliert: zwei politische „Aufpasser“ an Bablers Seite – mit einer Aufgabe, die weit über die Organisation eines Parteitags hinausgeht.
Ein geordneter Übergang garantiert noch keine einvernehmliche Nachfolge.
Marterbauer und Zeiler: Zwei unterschiedliche Optionen
Babler hätte laut Insider Markus Marterbauer gerne als Parteivorsitzenden und Vizekanzler gesehen. Ob Marterbauer tatsächlich für den Vorsitz antritt, bleibt offen. Doch sollten weitere Bewerber kandidieren, müsste sich auch Bablers Wunschlösung einem Wettbewerb stellen.
Eine Wunschlösung ist noch keine gewonnene Vorsitzwahl.
Auch Gerhard Zeiler soll im Raum stehen. Der Medienmanager könnte seine Managementerfahrung und die organisatorische Erneuerung der Partei ins Zentrum einer Bewerbung stellen. Entscheidend wäre, ob er damit auch die Funktionäre und Mitglieder hinter sich versammelt.
Hebenstreit und ein Wiener Mediziner mit konkreten Plänen?
Der zunächst nicht genannte Gewerkschafter soll Roman Hebenstreit sein. Der vida-Vorsitzende soll über besonders gute Zugänge zu Eisenbahnern, Flugpersonal und weitreichenden Funktionärsnetzwerken verfügen. Diese Verbindungen könnten bei der Mobilisierung innerparteilicher Unterstützung erhebliches Gewicht bekommen.
Hebenstreit und ein hochrangiger Wiener Mediziner sollen nach den vorliegenden Informationen bereits konkrete Tage für die Bekanntgabe ihrer Kandidaturen ins Auge gefasst haben. Öffentliche Erklärungen liegen damit noch nicht vor.
Der Name des Mediziners wird vorerst nicht veröffentlicht. Nach Informationen von exxtra24 handelt es sich um eine öffentlich bekannte Persönlichkeit mit eigenen Unterstützern und Netzwerken.
Hinteregger: Eine Option aus der Wirtschaft
Auch Mag. Bernd Hinteregger, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich, wird nach Informationen von exxtra24 als möglicher Bewerber ins Spiel gebracht.
Eine Bewerbung Hintereggers könnte eine zusätzliche Frage ins Zentrum rücken: Wie verbindet die SPÖ soziale Sicherheit mit Unternehmertum, Investitionen und Arbeitsplätzen?
Ob Hinteregger tatsächlich antritt, ist bislang offen. Sein Name erweitert das mögliche Bewerberfeld jedoch um eine wirtschaftspolitische Perspektive.
Doskozil: Kontakte zu Kucher – und Richtung FPÖ?
Zusätzliche Brisanz bringt Hans Peter Doskozil. Der burgenländische Landeshauptmann verfüge über gute Kontakte zu Philip Kucher. Daraus lässt sich allerdings noch keine Unterstützung für eine mögliche Kandidatur ableiten.
Darüber hinaus soll Doskozil über Kontakte ins FPÖ-Lager mögliche Verständigungen für den Fall von Neuwahlen ausloten.
Diese Angaben sind öffentlich nicht bestätigt; ein vereinbarter Deal ist nicht belegt. Sollte sich die Information bestätigen, würde die Nachfolgedebatte auch die Frage berühren, welche politischen Bündnisse unter einer neuen SPÖ-Führung denkbar wären.
Sechs Namen, eine Richtungsentscheidung
Wer den Vorsitz gewinnen will, braucht eine tragfähige innerparteiliche Mehrheit. Bekanntheit und gute Kontakte können helfen. Sie ersetzen aber keine ausreichende Unterstützung.
Ob ein offener Wettbewerb die Partei erneuert oder ihre Gräben vertieft, könnte zur entscheidenden Frage werden. Eine konkrete Spaltungsabsicht ist bislang nicht belegt. Ein solcher Schritt würde jedenfalls erheblichen Rückhalt, belastbare Netzwerke und eine organisatorische Basis benötigen.
Sechs Namen stehen nach Informationen von exxtra24 im Raum. Wie viele tatsächlich antreten, bleibt offen. Doch die Vorstellung einer bereits entschiedenen Nachfolge wird damit zunehmend fraglich.
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