SPÖ-Ex-Nationalratsabgeordneter Jarolim nennt Trump-Attentat „billigen Fake“

SPÖ-Ex-Nationalratsabgeordneter Jarolim nennt Trump-Attentat „billigen Fake“

Ein X-Posting des früheren SPÖ-Justizpolitikers Hannes Jarolim sorgt für Empörung – und steht im klaren Widerspruch zu den dokumentierten Fakten.

Ein Posting, eine steile These

Am 21. März 2026 schrieb Hannes Jarolim, früherer SPÖ-Justizsprecher und langjähriger Nationalratsabgeordneter, auf X: „Großartig, jetzt ist’s bestätigt, was ohnedies alle gedacht haben: Das lächerliche Attentat auf Trump war billiger Fake.“ Wie exxpress berichtet, verlinkte Jarolim dabei auf einen Welt-Artikel über angebliche russische Wahlkampfpläne in Ungarn, wonach der Kreml erwogen haben soll, ein Scheinattentat auf Viktor Orbán zu inszenieren – um einen ähnlichen politischen Effekt zu erzielen wie beim realen Anschlag auf Trump im US-Wahlkampf. Jarolims Schluss daraus: Das Attentat auf Trump selbst sei eine Inszenierung gewesen. Das Problem: Im von ihm verlinkten Artikel steht genau das nicht.

Was am 13. Juli 2024 wirklich geschah

Die Fakten zum Attentat in Butler, Pennsylvania, sind vielfach und lückenlos dokumentiert. Wie das FBI in einer offiziellen Aussendung festhält, identifizierte die Bundespolizei den 20-jährigen Thomas Matthew Crooks aus Bethel Park, Pennsylvania, als Täter. Wie Wikipedia und ZDF auf Basis von Ermittlungsberichten dokumentieren, feuerte Crooks acht Schüsse von einem Dach ab, das rund 130 Meter vom Podium entfernt lag. Trump wurde am rechten Ohr verletzt, ein 50-jähriger Feuerwehrmann und Familienvater namens Corey Comperatore wurde getötet, zwei weitere Zuschauer schwer verletzt. Sekunden nach den Schüssen erschoss ein Scharfschütze des Secret Service den Angreifer.

FBI: Alleiniger Täter, kein Hintermann

Dass es sich um ein echtes Attentat handelt, ist nicht nur durch Bilder, Videos und Augenzeugenberichte belegt. Wie Fox News unter Berufung auf FBI-Direktor Kash Patel und Deputy Director Dan Bongino berichtet, schloss die monatelange Ermittlung jeden Mitverschwörer aus: Crooks habe allein gehandelt, mit niemandem über die Tat gesprochen und kein Manifest hinterlassen. Ein Motiv sei bis heute nicht festgestellt worden. „Es gibt kein Motiv dafür, keinen Grund dafür“, so Bongino wörtlich gegenüber Fox News. Wie die Wikipedia-Seite zum Attentat auf Basis von Kongressberichten festhält, sprach das US-Repräsentantenhaus mit 416:0 Stimmen überparteilich für eine Untersuchungsgruppe – nicht um die Echtheit des Attentats zu klären, sondern um gravierende Sicherheitslücken aufzuarbeiten.

Gezielt geplant, nicht inszeniert

Jarolims Darstellung steht auch im Widerspruch zu den bekannten Vorbereitungshandlungen des Täters. Wie die deutsche Wikipedia unter Verweis auf Ermittlungsdaten festhält, recherchierte Crooks Wochen zuvor frühere Attentate, kaufte am Tattag eine Leiter und Munition, fuhr vorab zur Veranstaltung, um das Gelände auszukundschaften, und hinterließ auf einer Gaming-Plattform die Ankündigung: „July 13 will be my premiere.“ In seinem Fahrzeug fanden Ermittler laut FBI Sprengstoff-Materialien.

Scharfe Kritik an Jarolims Posting

Wie exxpress berichtet, widersprach der Politologe Ralph Schöllhammer öffentlich und unmissverständlich: „Nichts von dem steht im Artikel. Hier wird also glatt die Unwahrheit von einem ehemaligen SPÖ-Nationalratsabgeordneten verbreitet – oder es mangelt an der Fähigkeit, sinnerfassend zu lesen.“ Eine Reaktion Jarolims auf die Kritik ist bislang nicht bekannt.


Quellen:

  • exxpress.at: „Trump am Ohr getroffen – und SPÖ-Grande Jarolim nennt Attentat Fake“ (24.03.2026)
  • X/Twitter: Posting von Hannes Jarolim (@JarolimHannes), 21.03.2026
  • X/Twitter: Reaktion von Ralph Schöllhammer (@ralph_schoelli), 22.03.2026
  • FBI: Offizielle Pressemitteilung zum Attentat in Butler, Pennsylvania (fbi.gov, 13./14.07.2024)
  • Wikipedia DE: „Attentat auf Donald Trump“ (butler.wikipedia.org, aktuell)
  • Fox News / KOMO News: FBI-Abschlussbericht – Crooks handelte allein, kein Motiv (22.11.2025)
  • ZDF heute: „Attentat auf Donald Trump: Wer war Schütze Crooks?“ (14.07.2024)

Credits: APA

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