Spekulationen um Babler-Job: Volkshilfe will “kein Vehikel” für Ex-Politiker sein

Spekulationen um Babler-Job: Volkshilfe will “kein Vehikel” für Ex-Politiker sein

Was macht Andreas Babler, wenn er im Jänner das Vizekanzleramt abgibt? In der SPÖ wird über neue Aufgaben für den scheidenden Parteichef spekuliert. Eine der Varianten, ein Job bei der Volkshilfe, sorgt nun für eine deutliche Absage. Präsident Ewald Sacher stellt klar, dass die Organisation kein Auffangbecken für Politiker sei.

“Keine Zurufe durch Parteien”

Sacher reagierte am Freitag gegenüber dem “Kurier” auf die Gerüchte, wie “Heute” berichtet. “Die Volkshilfe ist eine unabhängige Sozialorganisation und kein Vehikel, das von außen gesteuert wird”, sagte er. “Wir arbeiten überparteilich und treffen unsere Entscheidungen nach sachlichen Kriterien – und nicht auf Basis von Zurufen durch Parteien oder aus den Medien.” Für eine mögliche Tätigkeit gälten die üblichen Bewerbungsverfahren. Mit einer Spitze lud Sacher alle Interessierten ein, sich wie Hunderte Freiwillige in allen Bundesländern ehrenamtlich zu engagieren.

Eine heikle Nähe

Die deutliche Reaktion hat einen Grund. Die Volkshilfe steht traditionell der Sozialdemokratie nahe, legt aber großen Wert auf ihre parteipolitische Unabhängigkeit und ist auch auf Spenden angewiesen. Der Eindruck, politische Verbindungen könnten bei der Vergabe von Posten eine Rolle spielen, würde ihrem Ansehen schaden. Zudem beschäftigt die Organisation viele Fachkräfte, etwa in Pflege und Pädagogik, für die laut “Heute” berufliche Qualifikationen entscheidend sind. Gerade in den vergangenen Wochen war die Volkshilfe mit scharfer Kritik an der Sozialhilfe-Reform der Regierung aufgefallen.

Auch der ÖGB winkt ab

Neben der Volkshilfe war auch ein Wechsel in die Gewerkschaftsbewegung ins Spiel gebracht worden. Beides würde zu Bablers Schwerpunkten wie sozialen Fragen und Armutsbekämpfung passen. Beim Österreichischen Gewerkschaftsbund wurden entsprechende Gerüchte laut “Heute” aber bereits entschieden zurückgewiesen, auch Spekulationen über eine Vermittlung durch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian wurden dementiert. Theoretisch könnte Babler in den Nationalrat zurückkehren. Laut früheren Medienberichten gibt es in der Partei allerdings Bedenken, er könnte im Klub zum Störfaktor werden.

Weitere Personalien im Gespräch

Bablers Rückzug könnte weitere Veränderungen nach sich ziehen. Mit dem Jahreswechsel sollen laut “Heute” die Regierungsteams von SPÖ und ÖVP verkleinert werden. Auf SPÖ-Seite gelten demnach Justizministerin Anna Sporrer und Sozialministerin Korinna Schumann als mögliche Kandidatinnen für einen Austausch. Sporrer werde parteiintern vorgeworfen, bei Vorhaben wie der Bundesstaatsanwaltschaft nicht ausreichend vorangekommen zu sein. Offen ist auch die Zukunft von Staatssekretärin Michaela Schmidt, einer engen Vertrauten Bablers. Bestätigt ist keine dieser Personalien, die Betroffenen haben sich dazu nicht geäußert.

Was feststeht

Fix ist bisher nur der Wechsel im Vizekanzleramt. Babler übergibt dieses Anfang Jänner an Finanzminister Markus Marterbauer. Die Partei führen bereits jetzt Klubobmann Philip Kucher und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner geschäftsführend, über den künftigen Vorsitz entscheidet laut bisheriger Planung ein Parteitag im Frühjahr. Welche berufliche Zukunft Babler danach anstrebt, hat er selbst bisher nicht gesagt.

Credits: Parlamentsdirektion/​Katie-Aileen Dempsey

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