„ZackZack“ meldet Konkurs an: Auch Doskozil-Anwalt Zink hält sieben Prozent

„ZackZack“ meldet Konkurs an: Auch Doskozil-Anwalt Zink hält sieben Prozent

Die Betreibergesellschaft von Peter Pilz’ Onlineportal „ZackZack“ hat laut einem Bericht des „Standard“ Konkurs angemeldet. Zu den Gesellschaftern gehört auch Rechtsanwalt Johannes Zink, der unter anderem Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil vertritt. Seine Beteiligung beträgt sieben Prozent.

Ein wirtschaftlicher Einschnitt für das Medienprojekt von Peter Pilz: Die Zack Media GmbH hat am Freitag, dem 6. November 2026, laut „Standard“ beim Handelsgericht Wien Konkurs angemeldet. Als ausschlaggebend nennt der Bericht finanzielle Risiken aus medienrechtlichen Verfahren, für die das Unternehmen keine ausreichenden Reserven bilden könne.

Johannes Zink als Anwalt und Miteigentümer

Zum Gesellschafterkreis zählt auch Johannes Zink. Der Rechtsanwalt, der durch seine Vertretung von SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bekannt ist, hält laut der Eigentümerübersicht von „diemedien.at“ mit Stand Herbst 2026 sieben Prozent an der Zack Media GmbH. Auch die öffentlich zugänglichen Firmenbuchinformationen auf der Plattform EVI führen ihn als Gesellschafter an.

Zinks Verbindung zu dem Portal geht damit über eine anwaltliche Tätigkeit hinaus: Er ist zugleich Miteigentümer der Gesellschaft. Auch Peter Pilz vertritt er anwaltlich, etwa im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um dessen Veröffentlichungen zur Causa Pilnacek.

Größter Anteilseigner ist nach der veröffentlichten Eigentümerübersicht der Verein zur Förderung offener Medien mit 50 Prozent. Peter Pilz hält 26 Prozent. Weitere Anteile entfallen unter anderem auf Bernd Nussbaumer, Renée Schroeder und Herbert Weltler.

Streit um Berichterstattung zur Causa Pilnacek

Im Zentrum der wirtschaftlichen Zuspitzung steht laut „Standard“ eine Privatanklage mehrerer Polizeibediensteter, darunter Bundespolizeidirektor Michael Takacs. Sie richtet sich gegen Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Tod des früheren Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek. Im Verfahren stehen mögliche Entschädigungen von insgesamt bis zu 4,3 Millionen Euro im Raum. Dabei handelt es sich um mögliche Forderungen aus dem Rechtsstreit, nicht um eine bereits rechtskräftig festgesetzte Zahlung in dieser Höhe.

Pilz sieht in dem Vorgehen den Versuch, seine publizistische Arbeit durch finanziellen Druck zu beenden. Die Anwälte der betroffenen Polizisten weisen diese Darstellung zurück: Ihre Mandanten wehrten sich gegen aus ihrer Sicht unberechtigte Vorwürfe und nähmen dafür gerichtlichen Rechtsschutz in Anspruch.

Pilz kündigt Fortsetzung an

Ungeachtet der Konkursanmeldung will Pilz weiter veröffentlichen. Bereits am 4. November kündigte er auf „ZackZack“ an, seine Arbeit gegebenenfalls auf einer neuen Seite bei der Plattform Steady fortzusetzen. Für das bisherige Medienprojekt markiert die nun gemeldete Insolvenz einen tiefen Einschnitt.

Credits: Jean-Frédéric – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77365160

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