Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) fordert im heute.at-Interview eine bundeseinheitliche Sozialhilfe nach niederösterreichischem Vorbild – und kündigt an, 2028 nochmals kandidieren zu wollen.
Sozialhilfe: 63 Millionen gegen 1,1 Milliarden
Der schärfste Punkt des Interviews ist die Sozialhilfe. Mikl-Leitner nennt eine Zahl, die die Diskrepanz zwischen den Bundesländern illustriert: Niederösterreich gab 2025 laut heute.at 63 Millionen Euro für Sozialhilfe aus, Wien rund 1,1 Milliarden Euro. „Diese Kluft ist enorm, gleichzeitig fehlt das Geld dann in anderen Bereichen, wie in der Gesundheitsversorgung“, so die Landeshauptfrau. Ihre Konsequenz: eine bundeseinheitliche Lösung nach niederösterreichischem Vorbild. „Kein Cent mehr für jene, die arbeiten könnten, aber nicht arbeiten wollen“, fasst Mikl-Leitner laut heute.at ihre Linie zusammen. Niederösterreich habe seit 2019 das „strengste Sozialhilfemodell Österreichs“ und wolle damit Anreize zur Arbeit schaffen und Missbrauch verhindern.
Leistung muss sich lohnen
Hinter der Sozialhilfe-Debatte steckt ein größeres Gerechtigkeitsargument. Auf die Frage, ob sich harte Arbeit heute noch lohne, antwortet Mikl-Leitner laut heute.at klar: „Wer früh aufsteht, fleißig arbeitet, Verantwortung übernimmt und seinen Beitrag leistet, darf nicht der Dumme sein.“ Die ÖVP-Politikerin sieht den Leistungsgedanken als Grundlage des Sozialstaats: „Ohne Menschen, die täglich arbeiten, Betriebe führen und Wohlstand schaffen, wird es weder einen starken Sozialstaat noch eine gute Zukunft geben.“
FPÖ-Koalition: „Weder Liebesheirat noch Zwangsehe“
Gefragt nach der Zusammenarbeit mit der FPÖ in der niederösterreichischen Landesregierung, wählt Mikl-Leitner laut heute.at eine nüchterne Formulierung: „Weder noch. Die Zusammenarbeit läuft professionell.“ Man trage Diskussionen nicht über Medien aus, sondern verhandelt bis eine Lösung „im Sinne der Landsleute“ gelungen sei.
Integration: Bräuche nicht verstecken
Beim Thema Integration nimmt Mikl-Leitner laut heute.at eine klare Haltung ein: „Wir dürfen unsere christlichen Bräuche und Traditionen nicht verstecken, nur weil wir glauben, damit Rücksicht auf Menschen aus anderen Kulturkreisen zu nehmen.“ Integration gelinge nicht durch Verleugnung der eigenen Wurzeln, sondern durch klare Vermittlung von Werten. „Parallelgesellschaften dürfen wir nicht zulassen“, so die Landeshauptfrau.
2028: „Wenn die Landsleute wollen“
Am Ende des Interviews lässt Mikl-Leitner auch eine persönliche Ankündigung fallen: Sie würde sich 2028 sehr freuen, „diesem Land weiterhin dienen zu dürfen“ – wenn Parteigremien und Landsleute es wollten, wie heute.at berichtet.
Credits: Von Karl Wilfing from Poysdorf, Österreich – Verabschiedung Präsident aD Hans Penz, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69592469
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