Wien – Die Sozialhilfe sorgt erneut für hitzige Diskussionen. Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) hat mit einer brisanten Aussage für Aufsehen gesorgt: Der Großteil der Bezieher stamme nicht aus Österreich.
Plakolm: „System wird von Migrantenfamilien geprägt“
Wie ORF.at berichtet, erklärte Plakolm, dass die Mehrheit der Sozialhilfeempfänger in Wien lebe und nicht aus Österreich stamme. Besonders kinderreiche Migrantenfamilien würden das System prägen. „Die Sozialhilfe schützt längst nicht mehr jene, die einmal gearbeitet haben, sondern jene, die ohne verpflichtendes Integrationsprogramm nie arbeiten werden“, so die Ministerin. Diese Aussage wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen des österreichischen Sozialsystems.
Zahlen und Fakten: Sozialhilfe auf dem Prüfstand
Laut der aktuellen Sozialhilfestatistik der Statistik Austria erhielten im Jahr 2024 rund 205.781 Personen Sozialhilfe – ein Anstieg von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtausgaben stiegen auf 1,317 Milliarden Euro. Doch wie Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) betonte, sei der Anteil der Sozialhilfekosten am Bruttoinlandsprodukt mit 0,27 Prozent vergleichsweise gering. Kürzungen seien daher keine Lösung, da sie Hunger und Wohnungsnot nach sich ziehen könnten, so Schumann weiter.
Kritik und Forderungen
Die Aussagen von Plakolm stoßen auf gemischte Reaktionen. Während die Grünen auf bundesweit einheitliche Mindestsätze und eine Kindergrundsicherung drängen, warnen soziale Organisationen wie die Caritas und die Volkshilfe vor weiteren Kürzungen. Schon jetzt könnten viele Betroffene das Nötigste nicht mehr finanzieren, erklärte Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler. Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger verwies auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die schwierige Arbeitsmarktsituation .
Quelle: ORF.at, Statistik Austria
Credits: APA
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