Wien – Lautstarke Proteste, klare Forderungen und ein Hauch von Verzweiflung: Die Sozialarbeiter des Landes machen mobil. Am Mittwoch versammelten sich hunderte Beschäftigte der Sozialwirtschaft am Wiener Platz der Menschenrechte, um ihren Unmut über die stockenden Kollektivvertragsverhandlungen kundzutun. Die Gewerkschaften GPA und vida fordern eine Lohnerhöhung von vier Prozent – und das mit Nachdruck.
„Nicht ernst zu nehmen“: Arbeitgeberangebot sorgt für Empörung
Die Verhandlungen, die bereits seit Oktober laufen, stecken fest. Das Angebot der Arbeitgeberseite: eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent über zwei Jahre. „Das entspricht gerade einmal 1,25 Prozent pro Jahr – das ist nicht ernst zu nehmen“, kritisierte Eva Scherz, Chefverhandlerin der GPA, gegenüber der APA. Die Gewerkschaften werfen den Arbeitgebern vor, die schwierige Lage der Beschäftigten zu ignorieren. „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben hart gearbeitet und sind von der Teuerung massiv betroffen“, so Scherz weiter.
Proteste auch in Salzburg: Pflegekräfte im Fokus
Nicht nur in Wien, auch in Salzburg gingen die Menschen auf die Straße. Dort richtete sich der Protest gegen das geplante Sparpaket, das unter anderem die Streichung des 15. Gehalts für Pflegekräfte vorsieht. Unter dem Motto „Pflegeparade“ zogen Demonstranten durch die Mozartstadt, um auf die prekäre Lage im Gesundheits- und Betreuungssektor aufmerksam zu machen.
Arbeitgeber schlagen Alarm: „Dramatische Lage“
Die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Verband Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), sieht die Verantwortung jedoch bei der Politik. „Es ist Aufgabe der Bundesländer, die soziale Infrastruktur nicht zu zerstören“, erklärte SWÖ-Geschäftsführerin Yvonne Hochsteiner. Kürzungen in mehreren Bundesländern hätten bereits zu Schließungen von Einrichtungen und einem massiven Fachkräftemangel geführt. „Wir kämpfen nicht nur um faire Bedingungen, sondern darum, dass es diese Arbeitsplätze morgen überhaupt noch gibt“, betonte Hochsteiner.
Einigung in weiter Ferne
Die nächste Verhandlungsrunde ist für Donnerstag angesetzt, doch die Fronten scheinen verhärtet. „Ich bin Optimistin, aber es ist schwer vorstellbar, dass wir uns einigen können“, so Scherz. Die Gewerkschaften bleiben jedoch kämpferisch: „Wir fordern nicht nur faire Löhne, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen – insbesondere für Teilzeitkräfte.“
Quellen: oe24.at, APA
Credits: APA
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