Die österreichische Regierung plant ein radikales Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Bereits mit dem Schulstart im Herbst 2026 soll die Regelung in Kraft treten. Damit folgt Österreich dem Vorbild von Ländern wie Australien, wo ähnliche Altersbeschränkungen bereits Realität sind.
Ein Verbot mit Vorbildern
Wie das Ö1-Morgenjournal berichtet, arbeitet Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) mit Hochdruck an der Umsetzung. „Bis September wollen wir konkrete Schritte gesetzt haben“, erklärte er. Australien dient dabei als Vorbild: Dort liegt die Verantwortung bei den Plattformen, die sicherstellen müssen, dass Nutzer mindestens 16 Jahre alt sind. Auch Frankreich plant ähnliche Maßnahmen.
Uneinigkeit in der Regierung
Doch innerhalb der Regierung gibt es unterschiedliche Ansichten zur Umsetzung. Während Pröll auf eine nationale Lösung drängt, plädiert Medienminister Andreas Babler (SPÖ) für eine EU-weite Regelung. Diese könnte jedoch erst Ende 2025 oder später kommen. „Wir wollen Kinder nicht strafen, sondern schützen“, betonte Babler in einem Interview.
NEOS gegen „australisches Modell“
Heftigen Widerstand gibt es von den NEOS. Mediensprecherin Henrike Brandstötter lehnt das australische Modell strikt ab. „Wir sehen in den USA, was passiert, wenn Tech-Oligarchen Daten sammeln und missbrauchen“, warnte sie. Stattdessen setzen die NEOS auf eine Weiterentwicklung der ID Austria im EU-Rahmen – eine Lösung, die frühestens 2027 realistisch wäre.
Experten schlagen Alarm
Auch Experten wie die Innsbrucker Kinderpsychiaterin Kathrin Sevecke unterstützen ein Verbot. „Der Einfluss von Social Media ist deutlich negativer Art“, erklärte sie. Besonders Jugendliche seien durch ständige Vergleiche und verstörende Inhalte gefährdet. Sevecke fordert daher ein Verbot bis ins Jugendalter.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Ob das Verbot tatsächlich noch 2026 umgesetzt wird, bleibt unklar. Während die Regierung an technischen Lösungen arbeitet, drängt die Zeit. „Wir müssen jetzt handeln, um unsere Kinder zu schützen“, so Pröll. Doch Kritiker warnen vor Schnellschüssen und fordern eine gründliche Prüfung.
Quellen: oe24.at, heute.at, vienna.at, tirol.orf.at, diepresse.com
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