Skandal um Schüler-Hilfe: Grüne gehen auf Bildungsminister Wiederkehr los

Skandal um Schüler-Hilfe: Grüne gehen auf Bildungsminister Wiederkehr los

Eine parlamentarische Anfrage der Grünen an Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) deckt alarmierende Zustände auf. Die Grünen schlagen jetzt Alarm und erklären, die psychosoziale Unterstützung für Schüler sei nicht mehr als ein „unübersichtlicher Kompetenzdschungel ohne Plan“. Das Hauptproblem: Es fehlt massiv an Psychologen und Sozialarbeitern.

„Ein Tropfen auf den heissen Stein“

Die Kritik der Grünen ist vernichtend. Wie oe24.at berichtet, werfen sie dem Neos-Politiker vor, weder den Überblick noch eine Strategie für die psychosoziale Unterstützung von Kindern und Jugendlichen zu haben. „Anstatt Verantwortung zu übernehmen, verweist er auf Länder, Gemeinden oder andere Ministerien“, klagen die Grünen und sprechen von Symbolpolitik statt echter Entlastung.

Besonders brisant sind die Zahlen. Während es an Bundesschulen derzeit überhaupt keine Schulsozialarbeiter gibt, hat das Bildungsministerium ab dem Schuljahr 2025/26 zwar 30 Stellen angekündigt. Für rund 400.000 Schüler ist das aber ein katastrophales Verhältnis. Sigi Maurer, Bildungssprecherin der Grünen, fand dafür klare Worte: „30 Sozialarbeiter für 400.000 Schüler – das ist blanker Hohn.“ Damit komme ein Sozialarbeiter auf 13.000 Schüler, was laut Maurer weder für Kinder und Jugendliche noch für die Lehrer eine Entlastung bringe.

Psychologen-Mangel und Zuständigkeits-Chaos

Auch in der Schulpsychologie sieht es nicht besser aus. Derzeit kommt eine Planstelle auf 6.200 Schüler. Selbst wenn alle versprochenen Stellen besetzt würden, läge der Schlüssel 2026 immer noch bei 1:3.500. Von der WHO-Empfehlung (1:2.500) ist man damit weit entfernt. Wie oe24.at berichtet, sind andere Länder da viel weiter: Dänemark zeige mit einem Schlüssel von 1:800, was möglich sei.

Die Anfrage hat zudem offenbart, dass das Ministerium keinen klaren Überblick über die vorhandenen Ressourcen hat. Die Zuständigkeiten sind zerstückelt: die Länder für die Pflichtschulen, das Bildungsministerium für die Bundesschulen und das Sozialministerium für das Jugendcoaching. Schulärztliche Dienste sind Sache von Gemeinden oder Ländern. Eine zentrale Stelle, die koordiniert und ein Monitoring durchführt, fehlt komplett. „Dieses Kompetenz-Wirrwarr führt zu Ungleichheit und einem Flickenteppich von Angeboten“, so Sigi Maurer.

Grüne fordern mehr Ressourcen

Als Reaktion auf dieses Chaos stellen die Grünen klare Forderungen. Sie verlangen mindestens eine Vollzeitstelle Schulsozialarbeit pro Standort und eine Verdopplung der Schulpsychologie auf mindestens 500 Planstellen. Zudem pochen sie auf mehr Schulautonomie. Die Schulen sollen selbst entscheiden, ob sie zusätzliche Lehrer, Sozialarbeiter, Psychologen oder School Nurses benötigen. Das Fazit fällt hart aus: „Der Bildungsminister schiebt Verantwortung hin und her, anstatt Lösungen zu liefern.“

Credits: APA

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